Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

17 
 April 
 
2021


 

Marcus Aurelius - Marc Aurel - Mark Aurel

Mark Aurel

 

Nie vertröste den Freund mit den Worten, dass keine Zeit du
hättest für ihn, denn der Stunden des Tages sind viele und deren
rechte Gebrauch jenes kostbaren Gutes nötigt von dir die
weise Verwendung desselben. Wahre die Pflichten der Freundschaft,
neige wenn nötig dein Ohr zum Bedrängten! … Und meide den Vorwand
dringlicher Alltagsgeschäfte, sich fliehend dem Freund zu entziehen.

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9 
 April 
 
2021

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6 
 April 
 
2021


 

 
Letzte Worte // Fausts Vision

 
Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
Verpestet alles schon Errungene.
Den faulen Pfuhl auch abzuziehen,
Das letzte wär das Höchsterrungene.
So eröffne ich Räume vielen Millionen,
Nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen.
Grün das Gefilde, fruchtbar! Mensch und Herde
Sogleich behaglich auf der neusten Erde.
Als Gleiche angesiedelt an des Hügels Kraft,
Den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft!
Im Innern hier ein paradiesisch Land,
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,
Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluss.
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss!
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn!
Zum Augenblicke dürft ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdentagen
Nicht in Äonen untergehn. –
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick …

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