| 29. April 2011 | abgelegt in Das Haar, Eros' Gefilde |
Oh, Morgenstrahl im Schlafgemach:
Bist du der Sonne zärtlicher Streich
oder der seidene Wurf der Geliebten Haar?
Denn wahrlich,
beides frommt gelinde mir,
zeigt schwesterlich sich golden!
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| Schlagwörter: | das Haar der Geliebten, erotische Gedichte, golden, Morgen, schimmernd, Täuschung, träumend |
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2011 | abgelegt in Das Auge, Der Fuß, Der Oberschenkel, Der Unterschenkel, Die Stirn, Eros' Gefilde |
Ich weile auf der Erde Grund.
Doch du indes, siegreiches Weib,
strebst himmelan wie der Koloss von Rhodos,
ätherstürmender Bau jener Hafenstadt,
durch die der Schiffer von stürmischer See
zu ruhigem Hafengewässer gelanget.
Alles liegt ausgebreitet vor dir
wie der Könige purpurne Teppich.
Du blickest gen Ost, wo die Sonne dein Antlitz bräunt,
schauest gen Nord, keines Sturm Ungemach dich bedränget,
erspähest gen West nur beschauliches Treiben silberner Wellen,
und gen Süd erfreuest heiterer Winde dich.
Gewiss ist dir die lächelnde Wange,
kein Gram furchet die hohe Stirn dir.
Herrsche wohl,
denn durch deine Schenkel
drängt die bezähmte Schifffahrt,
strömet der Weltmarkt.
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2011 | abgelegt in Der Oberschenkel, Der Schoß, Eros' Gefilde |
Marmorne Schenkel ionischer Grazie der Jungfrau
ragen empor wie Säulen vergessenen Heiligtums,
die, emporstrebend, tragen das Haupt erhabenen Tempels.
Stolze Streben noch stolz’ren Gebäus,
kühn trotzend aller Lasten Gewalt!
Keine irdische Macht,
keines Mannes Begehren stürzt den Pallast,
keines Frevlers Hand reißet den Säulenbau nieder!
So fleh’ ich zur Gottheit Amor,
dem lüsternen Knaben,
göttlichen Beistand erhoffend.
… und jener gewährt meine Bitte,
einzunehmen der Sinnlichkeit Festung.
Gleich dem judäischen Streiter
Samson, dem Gottesgesalbten,
find’ ich mich ein inmitten der strammen Pfeiler.
Lege die stemmenden Hände
an die Stützen des zierlichen Baus
und wuchte dagegen.
Nichts rühret zunächst den marmonen Stein,
nichts erzittert unter eig’nem Bemühn.
„Amor, schaffe doch Recht dem Liebesgepeinigten!“
Und siehe, Amor, der nie Fehlende,
eilet mit lodernder Fackel hernieder.
Widerstand beugt sich nun höherer Macht
und was einst elfenbeinhart
weicht göttlicher Stärke,
erweicht an göttlicher Flamme.
Der Säulenbau erzittert unter der Gotteshand.
Schon drückt des Daches ungeheure Last,
schon stöhnt das von mir gestemmte Säulenpaar,
und der Tempelbau droht jähen Momentes zu bersten.
Auch mir entfliehn die Siegeskräfte,
mein Haupt ermattet.
Nur der friedvolle Blick
entsinkt der einstürzenden Welt,
wandert aufwärts
auf den heiligen Stufen der Tempelstätte
zum stillen Altar, des Weibes empfangenden Schoß,
und der Liebe Schauer stürzt über mich ein.
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| Schlagwörter: | Armor, die weiblichen Schenkel, erotische Gedichte, Frevel, Heiligtum, ionische Säulen, Liebesspiel, Samson, Säulenbau, Simson, Sinnlichkeit, vergehen, wachsweich, Zeremonie |
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