Lyrik Klinge         

        
    
03. Oktober
2011
 abgelegt in Das Auge  \  Der Mund  \  Der Schoß  \  Die Brust  \  Die Stirn  \  Eros' Gefilde  \  Hexameter

Säume nicht, Lippenpaar mein! In des Falters Manier hebe schweigend
über der hohen Stirne Zenit dich hinweg und zerteile
zartes Gewölke traumtrunk’ner Augen auch nicht! Ruh’nden Bergsees
Lockruf sanftwallender Lippen entschwebe. Im Gleitflug die Klipp’ des
schönbleichen Halses hinab taum’le durch die zartschmelzbekränzte
Anhöh’ erhabener Brüste, abwärts zur weithin erstreckenden Düne
sanfter Verwehung. Hier trägt milder Betörungen Fön dich
hin zum wohlduften Hain der Verwund’rung. Und im tiefen Gehölz um-
säumen niedere Gräser die Andacht verborgenen Weihers.
Selig Gefilde, Friede entbietend! Ihr weitgereisten
Lüftebezwinger, so neigt euch hienieder und schmiegt in des schneefloh’n
Lotus’ keuch geöffneter Knospe euch, auf den Wassern still treibend,
wo sich unweit auch wiegt das Schilfrohr im Hauch der Liebkosung.


 
ähnliche Beiträge: 
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Leserschaft: keine Kommentare
 
17. August
2011
 abgelegt in Hexameter  \  Schach  \  Schachpartien



 

Siehe, Bauer c6, wie das Glück Deiner Adelung hold Dir
winkt und lohnt die erduldete Schmach im Gefechte der Schlacht.
Walle Vasall und vollende den Lauf durch der Dame schützende Hand!

Schaudernd fristet indes auf h1 verwaist der schwarze Regent und
harret dem nahenden Matt, das ihn in Bälde ereilt.
Dame Schwarz, der Gefahr gegenwärtig,
bietet dem König flugs ein drohendes Schach,
den Aufschub des Gatten Tod damit erhoffend.

Jene Majestät im weißen Gewand
lächelt gelassen der feindschen Gesinnung entgegen,
wähnt sich vermeintlich im Schutz durch des Bauern Geleit,
der durch Aufmarsch ein weiteres Unheil abwendet.

Müßiger Kriegsherr des weißen Lagers,
hättest selbst den Fuß du gesetzt
auf friedliches Feld b4,
wo keine Gefahr länger Dir bräute.

Denn Schock, schwere Not,
es dränget die schwarze Königsgemahlin
dem weißen König und seiner Gattin erneut,
mit tollkühner Gabel opfert selbstlos
die schwarze Dame sich nun.

Oh, welch köstlich Märtyrium!
Die weiße Dame muss nehmen,
dem Gebote des Schaches zu wehren
und wird durch die schwarze Macht
auf g3 verheerend gelenkt,
wo sie die rettende Flucht des Schwarzen daselbst
vereitelt und somit Remis nun erwirkt.


 
ähnliche Beiträge: 
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,
Leserschaft: 2 Kommentare »
 
09. August
2011
 abgelegt in Der Oberschenkel  \  Der Schoß  \  Eros' Gefilde  \  Hexameter

In Anlehnung an “Der Gott und Bajadere” (Goethe)

Wie einem jeden Herrscher der hohe Wille umsonnt und
ihm den Edelsinn bräunt. So bräunet auch dir -um die Hüfte
lieblich gewunden- ein seidenes Band die weibliche Anmut.
Seidenmatt gleichfalls erschimmern die Schenkel, korinthische Säulen
deiner Macht, himmelan strebend und tragend des Schoßes Kostbarkeit.


 
ähnliche Beiträge: 
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Leserschaft: keine Kommentare