Grüßend mit dem Palmenzweige

Die Finsternis entfloh, Triumph entmachtet,
denn du, Verherrlichter, gebarst das Licht,
dem Schattenreiche ungemach.

Bezwungen ward des Nachtes schwere Schleiermacht,
durchrungen nun des Tages hehre Lichterpracht,
und goldner Strom der gleisen Sonnenbahn
tauft nun des neuen Morgens Anbeginn.

Im Taumel süßen Lebenswahn
der lichten Au’n kristallner Morgenreif
sich perlt zu dargereichtem Lobestrank
und farbenfroh erduftet nun der Blütentraum
den wankelmütig Hoffenden.

Ode 01 – Geknüpftes Liebesband

Fliederdüfte strömten übers Land,
Rosenregen schmückte zart das Band
geflochtenen Bundes.

Zögernd glitt des Jünglings scheues Fleh’n
bangen Flugs von steiler Lippe Höh’n
erbebenden Mundes.

Landend im willigen Herzensbezirk
strebt’ er frohlockend mit Jubel empor,
paradiesisch besonnen.
Denn sie willigte ein
bei Mondenschein.

Priesterrede
Die prangendsten säumenden Gärten
der Jugend bewanderte Fährten
sind wahrlich jene,
die Euch noch hochbetaget
im greisen Geiste duftend mild verharren.
Wahret die Grenzen des Reichs Eurer Liebe!
Tauscht nie das fürstliche Mahl festen Bundes
gegen das Linsengericht loser Liebschaft.
Es sei Euch
das Tau des sicheren Hafens heilig,
die Woge der lüsternen See Euch Fluch.