| 03. Oktober 2011 | abgelegt in Das Auge \ Der Mund \ Der Schoß \ Die Brust \ Die Stirn \ Eros' Gefilde \ Hexameter |
Säume nicht, Lippenpaar mein! In des Falters Manier hebe schweigend
über der hohen Stirne Zenit dich hinweg und zerteile
zartes Gewölke traumtrunk’ner Augen auch nicht! Ruh’nden Bergsees
Lockruf sanftwallender Lippen entschwebe. Im Gleitflug die Klipp’ des
schönbleichen Halses hinab taum’le durch die zartschmelzbekränzte
Anhöh’ erhabener Brüste, abwärts zur weithin erstreckenden Düne
sanfter Verwehung. Hier trägt milder Betörungen Fön dich
hin zum wohlduften Hain der Verwund’rung. Und im tiefen Gehölz um-
säumen niedere Gräser die Andacht verborgenen Weihers.
Selig Gefilde, Friede entbietend! Ihr weitgereisten
Lüftebezwinger, so neigt euch hienieder und schmiegt in des schneefloh’n
Lotus’ keuch geöffneter Knospe euch, auf den Wassern still treibend,
wo sich unweit auch wiegt das Schilfrohr im Hauch der Liebkosung.
| 29. April 2011 | abgelegt in Das Auge \ Der Fuß \ Der Oberschenkel \ Der Unterschenkel \ Die Stirn \ Eros' Gefilde |
Ich weile auf der Erde Grund.
Doch du indes, siegreiches Weib,
strebst himmelan wie der Koloss von Rhodos,
ätherstürmender Bau jener Hafenstadt,
durch die der Schiffer von stürmischer See
zu ruhigem Hafengewässer gelanget.
Alles liegt ausgebreitet vor dir
wie der Könige purpurne Teppich.
Du blickest gen Ost, wo die Sonne dein Antlitz bräunt,
schauest gen Nord, keines Sturm Ungemach dich bedränget,
erspähest gen West nur beschauliches Treiben silberner Wellen,
und gen Süd erfreuest heiterer Winde dich.
Gewiss ist dir die lächelnde Wange,
kein Gram furchet die hohe Stirn dir.
Herrsche wohl,
denn durch deine Schenkel
drängt die bezähmte Schifffahrt,
strömet der Weltmarkt.
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