Sieh die Sterne, die Faenge



 

Sieh die Sterne, die Faenge
Lichts und Himmel und Meer,
welche Hirtengesaenge,
daemmernde treiben sie her,
du auch die Stimmen gerufen
und deinen Kreis durchdacht,
folge die schweigenden Stufen
abwaerts dem Boten der Nacht.

Wenn du die Mythen und Worte
entleert hast, sollst du gehn,
eine neue Goetterkohorte
wirst du nicht mehr sehen,
nicht ihre Euphratthrone,
nicht ihre Schrift und Wand -
giesse, Myrmidone,
den dunklen Wein ins Land.

Wie dann die Stunden auch hiessen,
Qual und Traenen des Seins,
alles blueht im Verfliessen
dieses naechtigen Weins,
schweigend stroemt die Aeone,
kaum noch von Ufern ein Stueck -
gib nun dem Boten die Krone,
Traum und Goetter zurueck.

 

TextdichterGottfried Benn
RezitationJürgen Hentsch
Bereitstellungwortlover

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