Lyrik ~ Klinge
Versuch einer Dichtung          

20 
 August 
 
2016


 
Foto: Margarete Schreiber
in: „Das Himmelsvolk“ von Waldemar Bonsels

 
Du entflohest mir, lichter Tage Farbentanz ?

 

 

 

 

 

Elysions Friedensgrund
Thetys‘ Schoß
Demeters Schattenhain
Nyx‘ Dunkelpfade
Zephyrs Liebesgefieder
Floras Blumenpfade
Amors Gefilde
Venus‘ sinnliches Hüftband
Dionysos‘ Feste
Rudel stürm’scher Gelüste
Mnemosynes Geleit
Der Göttin Gnadengabe

 

 
 
13 
 August 
 
2016

abgelegt in
Distichen | Dunkelwald

 

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23 
 Mai 
 
2016

abgelegt in
→ Elysium | Dunkelwald

 


Musik
Christoph Willibald Gluck

Thema
Orpheus und Eurydike – Tanz der gesegneten Geister

[Rohfassung]

Fürwahr, sein dumpfer Augenschein war lichter schon entflammt und loderte einst den ungetrübten Wonneglanz muntrer Erdentage, damals auf dem unbeschwerten Pfad seiner Jugend.

Damals, als er im milden Dämmerfluss der Abendröte mit heiterem Blick auf den heimischen Fluren durch die rankbewachsenen, thrakischen Bergwälder lustwandelte und mit frohem Schritte aller Banden gelöset sich dem ewigen Herzensfrieden anbefahl, frei vom Regelzwange einer gefühlserstarrten, mechanisch gefügigen Welt.

Nicht selten entfloh sein Zartgeist dem wirren Lärmen jener Welt, die in ihrer heillosen Geschäftigkeit mit eifernder Glut nach materieller Glückseligkeit gierte, die mit ihrer gutbürgerlichen Tüchtigkeit die berstenden Kammern häufender Habe zu füllen gedachte, um im erquicklichen Bade des Geldstroms das sorgende Jammern der Seele zu ersäufen, anstatt des Herzens zartwurzelndes Sehnen nach höher’m Erdenglück gebührend zu stillen.

Ach, wie treu wogen Orpheus und Eurydike indes die stillen Momente im Heiligtum der empfangenden Natur, die sie in ihren blumen Purpurmantel bergend hüllte und beide im trauten Flüstertone Liebesworte fromm einander beichten durften.

Duftend offenbarte er sich ihnen, der milde Jugendtraum, der sich mit zarter Gravur tief in ihre kindbewahrten Herzenstafeln senkte.