Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

10 
 März 
 
2017


 

Foto
Margarete Schreiber [1]Foto: Margarete Schreiber. In: „Das Himmelsvolk“ von Waldemar Bonsels
 
Musik
Felix Mendelssohn Bartholdy
Sommernachtstraum (Ouvertüre)

Morgengefilde

Golden erweckst du, erstandener Morgen, die Kinder beseelter Gefilde
und die Schar munt’rer Geister danket es dir: Es hebt noch
trunken vom nächtlichen Traume Blume um Blum‘ nun das Haupt in
frohem Erwachen und atmet dir Wohlduft. Der blättrige Klee auch,
taubeträuft, er reichet der Allmacht Sonne in kristall’ner
Schale ambrosischen Opfertrank. Jubel entlockst du den Vögeln,
Harfe entleiht selbst Äolus [2]Aiolos war der griechische Gott der Winde. Er war mit Eos, der Göttin der Morgenröte, verheiratet und wurde von Zeus als der Herrscher über die verschiedenen Winde eingesetzt. Zu den Winden gehören Boreas (Nordwind), Euros (Südostwind), Zephyros (Westwind) und Notos (Südwind). dem Spiel liebsäuselnder Winde,
Stimme auch der stürzenden Wasser eilender Woge:
Bäche murmeln, Flüsse schäumen mit silberner Welle
Lobpreis der Schöpfung entgegen, mischen sich ein in der Andacht
einenden Chor, der wahren Versammlung frommer Gesinnung.

Lass‘ mich, Geliebte, deiner heiligen Gründe Morgenlied sein und
Kelche dir öffnen, dir Knospen erquellen und Stimme verleih’n dem
rauschend‘ Verlangen, uns einen im Lobpreis stummer Versenkung!

→ zu Mnemosynes Geleit
Morpheus‘ Schoß

Fußnoten   [ + ]

 
 

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