Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

13 
 März 
 
2008


 




 
Der Grundriss

Vor längerer Zeit stellte ich das Reisetagebuch von Wolfgang Schulze vor.

Bezugnehmend auf den Kommentar von Martina:
“Und wo zieht es dich hin, lieber Ralph? Bin schon sehr auf dein Reisetagebuch gespannt. 🙂

… habe ich nun auch einen Umzug gewagt.

Ganz ohne Spedition.
Ganz ohne sonstigen Umzugsstress.
Ganz ohne Ummeldung des Wohnsitzes beim Einwohnermeldeamt.
Ganz ohne bürokratischen oder logistischen Aufwand.
REIN in der Phantasie meine neue geistige Heimstatt bezogen.

Es sollte keine Nacht-und-Nebel-Aktion werden wie bei Goethe von Karlsbad nach Rom.
Es sollte keine Flucht wie bei Schiller werden von Stuttgart nach Mannheim.
Der Einzug in die neue Wohnung war schon vor gut 2 Jahren geplant und wollte bedacht sein.

Peinlich genau vermessen, jeden Winkel sinnlich erspürt, in der Manier eines Schachspielers den Grundriss in Quadrate erfasst/beziffert und mit allerlei Kostbarkeiten -wie eine Wunderkammer eben- eingerichtet.

Ganz im Stil des griechischen Simonides möchte ich nun alles Wissenswerte, alles Reiz- und Kostbare aus dem Reich meiner Wahrnehmung in dieser Kunstkammer horten, der Vergesslichkeit Klauen entreißen.

 

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5 Kommentare zu “Die Wunderkammer (1)”

  1. Bjoern sagt:

    ‘Wunderkammer’ – sehr schöne Idee. Raritätenkabinett war mir vertrauter, aber Wunderkammer klingt noch besser. Leider ist mir noch völlig unklar, was Du vorhast.

    Hallo Björn,
    die Sache ist eigentlich ganz einfach:
    1.) Alles was man sich merken möchte, wird in ein lebhaftes Bild umgewandelt (z.B. “Gerechtigkeit” als Göttin mit Waagschale”)
    2.) Dieses Bild wird dann in der ‘Wunderkammer’ platziert …
    3.) … wo ich es bei Bedarf wieder abrufen/erinnern kann, indem ich im Geiste die Stelle der Wohnung anlaufe, wo ich das Bild abgelegt hatte.

    Das ganze nennt sich “Loci-Raumsystem” 😉

    LG,
    Ralph

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  2. Mamü sagt:

    Lieber Ralph,

    Wunderkammer hört sich toll an. Wenn ich nur dahinter käme, was genau das zu bedeuten hat. *grübel*
    Aber ich hoffe ja darauf, dass du uns nicht dumm sterben lässt. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

    Liebe Martina,

    siehe meinen Kommentar bei Björn 😉
    Ich möchte mir gerne für eine anstehende Prüfung ein effektives Lernsystem aneignen bzw. eine Möglichkeit der Wissensanhäufung allgemein.

    Liebe Grüße,
    Ralph

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  3. Holger sagt:

    Eine wirklich interessante Einrichtung – sie zeugt von Geschmack. Aber was ist bitte ein Mahl-Sessel? Zumindest wird das Umräumen leichter, wenn das Bücherregal verschoben werden muss.

    Naja, ist aber eher noch bescheiden eingerichtet. Es gibt Leute, die erstellen sich imaginär prunkvolle Gedankenpaläste wie z.B. Hannibal Lecter.

    Der “Mahl-Sessel” befindet sich innerhalb eines Teilabschnitts meines Wohnzimmers (Diagonale A1-C3) und ist ein Sessel, auf dem ich im Wohnzimmer esse.
    Normalerweise isst man ja im Esszimmer (E7-G8).

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  4. Bjoern sagt:

    Interessant. Selbst benutze ich ein rudimentäres Merksystem: Einen Raum im Inneren meiner Birne, gefüllt mit Schubladen. Will ich mich erinnern, mache ich die entsprechende Schublade auf. Dann vergesse ich das, und nach einer Weile kommt die Erinnerung – meistens …

    Hallo Bjoern,

    glänzend formuliert … *schmunzel*

    LG,
    Ralph

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  5. Mamü sagt:

    Lieber Ralph,

    jetzt bin ich etwas verwirrt. 🙂 War das 1. Bild von über “Der Grundriss” vorher auch schon da? Habe ich das übersehen? Sieht auf jeden Fall klasse aus. Wollte ich nur noch mal sagen.

    Liebe Grüße,
    Martina

    Liebe Martina,

    nein, war es nicht, ich habe es nachträglich eingefügt 😉
    Und dass es klasse aussieht, ist der Google-Bildersuche zu verdanken 😉

    Liebe Grüße,
    Ralph

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