Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

24 
 August 
 
2019


 

Eine “kritische” Auseinandersetzung mit dem Goethe-Gedicht “Heidenröslein”.

Über den künstlerischen Gehalt darf geklagt werden.
Die Vertonung des Liedes allerdings von Heinrich Werner finde ich auf jeden Fall sehr anmutvoll.
Ich kannte bisher nur jene von Franz Schubert :


Geistlos, ahnungslos

Haben wir geahnt, was dieser Goethe für ein Sittenstrolch war? Sein Gedicht „Das Heidenröslein“ endet so: „Und der wilde Knabe brach / ’s Röslein auf der Heiden. / Röslein wehrte sich und stach, / Half ihm doch kein Weh und Ach, / Mußt’ es eben leiden. / Röslein, Röslein, Röslein rot, / Röslein auf der Heiden.“
Als hätten das nicht schon Generationen von Interpreten als Allegorie auf eine Entjungferung gedeutet, posaunt ein selbsternanntes Künstlerkollektiv namens „Frankfurter Hauptschule“ nun heraus: „In seinem Gedicht ,Heindenröslein‘ (sic!) verharmlost Goethe gar eine brutale Vergewaltigung in lieblichem Trällerton . . . Kinder müssen das auswendig lernen.“

Quelle: FAZ | Andreas Platthaus

Nachtrag am 31.03.2020
Ein spontaner Gedankengang bei einem gestrigen Spaziergang galt rückblendend diesem Video und in Zeiten von Corona-Hamsterkäufen ist diese Darbietung – aktuell betrachtet – wohl eher eine wert-volle Hommage, zumindest auf einer höheren Abstraktionsebene.

Die Zeit bestimmt den Wert eines Gegenstandes.
Das “Gesamtkunstwerk” der Künstlergruppe scheint mir – obgleich auch nicht beabsichtigt – aus heutiger Sicht “stückweit” prophetisch.
Auch die “Gesichtsmasken” zeichnen das aktuelle Weltbild.

Ein merkwürdiges Gefühl beschleicht mich schon, ob Goethe damals bei jener Schmähaktion schon in weiser Vorausschau der kommenden Ereignisse eher ein beklemmendes Mitgefühl verspürte…

 
 

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