Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

14 
 März 
 
2017

abgelegt in
Gedankenschau

 

Ich rechne mittlerweile nicht mehr in Lebensjahren, denn alt wird man von alleine ohne Eigenleistung. Steine werden auch alt, steinalt [1]uralt sogar, doch was haben sie davon?
Lebensjahre kann man “absitzen”, mitunter auch ohne persönlichen Lustgewinn und qualitativer Lebensbereicherung.

Leben im eigentlichen Sinn hat indessen etwas mit “Reife” zu tun.
Man reift nicht durch die Aneinanderreihung von Geburtstagen, sondern durch Er-Leb-nisse, durch die Verdichtung von Erfahrungs- und Schlüsselmomenten.

Schmerzhafte, freudige, erbauende und desillusionierende Schlüsselerlebnisse hatte ich im letzten Lebensjahr zuhauf: Eugen Drewermann, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, die Stoa und damit Entwurf einer unabhängigen Lebensweise, Schopenhauer, Nietzsche, Rilke und Lou Andreas-Salomé, die Sonette von Shakespeare und die Neuordnung meiner bisherigen Gedichte in einem hoffentlich stimmigen Gedichtezyklus (Mnemosynes Geleit).

Jetzt gilt es, das Erfahrene, das Erlebte in lebendige Dichtung, der wahren Heimstatt ungetrübter Liebesmacht, zu überführen.

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Fußnoten[+]

 
 

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