Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

7 
 Mai 
 
1996


 

Der grauen Fassade verblaßter Verputz,
teilweis‘ abbröselnd und behaftet mit Schmutz,
schaut gar zu kärglich drein.

Verstaubte Nischen und knarrende Türen
Kältebezwingung durch stetes Feuerschüren,
bestätigt mir den äußeren Schein.

Zwar sind die modrigen Betten,
holdesame Ruhebetten,
doch versponnene Toiletten,
und darauf könnt‘ ich wetten,
sind nicht gepflegt seit Tag und Jahr
gleich dem restlichen Mobiliar.

Das Mahl ist akzeptabel, delikatös,
das Dessert, weniger pompös,
und die Atmosphäre in abendlichen Stunden
wird von mir als ergötzlich empfunden.

 
 
17 
 Februar 
 
1996

abgelegt in
Reimgedichte

 


Nauders-Skifreizeit 17/18.02.96, » 23.00 h

 



 
Der Berglandschaft üppiger Konturen,
            bedeckt mit des weißen Leintuchs Schimmerglanz
das unbefleckt und ohne Spuren,
            genähet von den Schneekristallen nächtlichen Tanz,

erschufen ein strahlend schimmerndes Festgewand,
das das Herz mir stahl, und die Sinne bannt‘,
ist auf der Vorderseite portraitiert,
aus Sicht des Vögleins fotographiert.

 
 
17 
 Februar 
 

abgelegt in
Reimgedichte
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17/18.02.96, » 23.00 h

Der Berglandschaft üppiger Konturen,
bedeckt mit des weißen Leintuchs‘ Schimmerglanz,
das unbefleckt und ohne Spuren
genäht ward von den Schneekristallen nächtlichen Tanz‘,
erschufen ein strahlend schillerndes Festgewand,
das das Herz mir stahl und die Sinne bannt‘.

Doch lenke nun dein Augenmerk
fernab von diesem bepuderten Zuckerwerk
gen Sternenhimmel schneeflockengeschmückt,
himmlischen Sphären nähergerückt :

Die weiße Flocke, wie sie gleitet,
sanft getragen von dem Wind,
von einem zarten Lüftelein geleitet
hinab zum schönen Erdenkind.

Doch wo läßt er sich nieder, der Schneekristall,
er findet Platz denn überall ?

Auf der Wiese, der Tanne, dem alten Dach,
oder im Walde, am rauschenden Bach?

Gesteh‘ mir leis‘ die holde Stätte,
mit der die Flocke Gefallen hätte!

Sie wär‘ erfüllt mit süßem Dank,
fiel‘ sie auf deine Fensterbank.
Zu schau’n dein Antlitz, das wäre gelind,
dort weht ein kühler, frischer Wind.

Dort isset auch erfüllt die Luft,
gewürzt mit Deinem Rosenduft.

Dann müsst‘ vor Liebe ich zergeh’n,
weil du denn Wärme spendest,
und sie bei mir auch fändest,
und hülfe auch kein Fleh’n,
so möcht‘ ich schmelzen zur Wasserträne,
zur Trauer dem Mädchen, nachdem ich mich sehne.