Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

9 
 Januar 
 
2008

Schlagwörter

1

 

DICHTUNG Rainer Maria Rilke
LESUNG NightyNomad
BEREITSTELLUNG May B.



Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris (6.11.1902)

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

 
 

1 Kommentar zu “Der Panther”

  1. Bjoern sagt:

    Das erinnert mich doch an diese Schwemme von Zoogeschichten im Fernsehen. War dieser Rillke ein Vorläufer davon?

    Nein, Rilke war nicht der Auslöser vom Knut-Flocke-Hype 😉

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