| 31 März 2026 |
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In dieser Wilhelm Tell Parodie trifft Friedrich Schillers Klassik auf den modernen Bürokratie-Wahnsinn der Steuererklärung. Ein humorvoller Blick im Hexameter auf das Recht des kleinen Bürgers.
Eine parodische Anspielung auf die Steuererklärung,
bezugnehmend auf »Wilhelm Tell«, 3. Aufzug, 3. Szene
Dialog zwischen Geßler (zu Pferd) und Tell
Aufnahme vom 09.04.2007
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„Tell, nicht dein Leben verlang’ ich, allein nur den Schuss ich begehre
von des Meisters geübter Hand. Vor versammelter Menge
soll dein Talent sich uns zeigen, weil es mir so nur gefällt! “,
sprach des Tyrannen knechteverhöhnenden Mund mit des Kaisers
Allmacht und schmähte des Niederen Gnadengesuch mit Verachtung.
Gottlob, die Armbrust und Willen zugleich nun gespannt enteilt der
Pfeil der Senne und schicksalsgelenkt teilt er den Apfel entzwei.
Bürger des deutschen Volkes, so übe in diesem Geschicke
edelster Tat dich und spanne auch du deinen Geist beim
Schreiben der Steuererklärung, dass trefflicher Ausdruck gelingt und
Recht wiederfährt dir Gerechtem, das erst noch erkämpft werden muss.
Denn eben wie Geßler, so reitet die Bürokratie auf dem stolzen
Rosse daher und fordert im steuerrechtlichen Fache
peinlich genau Formulierung vom niederen Bürger.
Ob’s rechtens ist,
dass das einfache Volk durch derart’gen Vorgang
sein Recht auf Zahlung zuviel entrichteter Steuer
erst durch den Kunstgriff
deutscher Beamtensprache erwirkt?
Man fordert auch heute den Schuss noch!
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