Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

15 
 Juli 
 
2015

abgelegt in
Hagen Rether | Kabarett
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 Januar 
 
1998

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Reimgedichte | Vertonungen

 

Mein dumpfer Augenschein war lichter schon entflammt …
die rauhen Wimpernhaare geschmeidiger denn Königssamt.

Wo einstens Freudenfeuer,
drängt Trübsalsglut zu schwelen
und aus schillernder Prunkfassade
mit kunstgeschnitzter Maskerade
starrt totes Froschgeäuge steif
und quell aus meinen Augenhöhlen,
denen stets ein Rosenblick erblühte.

Des Erdenwandels kurzer Streif
wiegt schwer an Pfund auf zartgesponnenem Gemüte,
stillt nicht das innewohnende Sehnen,
und rein vom schändlichen Verlangen
besiegeln es die laut’ren Tränen
bächefließend über heißerglühte Wangen.

Weltleidergriffen
ins Herz geschliffen
dröhnen mit bleigenährter Trauerschwere
die ewighallenden Jammerchöre.

Vielleicht erlausch’ ich in der Steppe gähnender Leere
schauernd voller Unbehagen
den bebenden Donner anrückender Streiteswagen?

Vielleicht erspäh’ ich sich türmende Feindesheere
mit bangem Gemüt und angstgeschürt
wo bloße Einöde mir entgegen stiert?

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