Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

29 
 April 
 
2016


 

 
Eckart von Hirschhausen ist ein deutscher Moderator, Zauberkünstler, Kabarettist, Comedian und Schriftsteller.

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28 
 April 
 
2016

abgelegt in
Zitate

 

Charlie Chaplin
geschrieben an seinem 70. Geburtstag (16. April 1959)

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich erkannt, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, wenn ich gegen meine eigene Wahrheit lebe.
Heute weiß ich: Das ist Authentizität.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden verletzen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzunötigen, obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif und dieser Mensch nicht bereit war und selbst wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute nenne ich es Respekt.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und ich konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war.
Heute nenne ich es Reife.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und alles genau im richtigen Moment passiert. So konnte ich gelassen sein.
Heute nenne ich es Selbstvertrauen.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich mehr das, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt. Ich mache es auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute nenne ich es Einfachheit.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich mich von allem befreit, was weniger gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen und Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog und weg von mir selbst. Anfangs nannte diese Einstellung „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich: Das ist Selbstliebe.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen. Seitdem habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich entdeckt: Das ist Bescheidenheit.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag, und ich nenne es Erfüllung.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, erkannte ich, dass mein Denken mich durcheinander bringen und krank machen kann. Als ich es jedoch mit meinem Herzen verknüpft habe, bekam mein Verstand einen wertvollen Verbündeten.
Heute nenne ich diese Verbindung Herzensweisheit.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Streit, Konfrontationen und jeglichen Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten. Sogar Sterne kollidieren manchmal und aus ihrem Zusammenprall entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: Das ist das Leben!

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26 
 August 
 
2011

abgelegt in
Gedankenschau

 

Sei es Veganismus, Christentum oder andere Lebenskonzepte: Ich halte nicht viel vom missionarischen Übereifer, vom überschäumenden (blinden) Aktionismus.

Ein Volksweisheit besagt:
Rede nur, wenn man dich fragt, aber lebe so, dass man dich fragt!

Damit ist eigentlich alles gesagt.
Handlungs(an)weisungen (Maximen) jeglicher Art, ethisch oder religiös motiviert, müssen vorgelebt werden.
Ursprünglich geistig formulierte (zuweilen utopische) Verhaltensregeln müssen sich auf dem Prüfstand der fass- und sichtbaren Wirklichkeit bewähren, müssen realisierbar/umsetzbar sein, müssen operationalisiert werden, müssen sich als durchführbar erzeigen.
Ansonsten bleiben sie reine Gedankenexperimente und bleiben -um mit dem Höhlengleichnis von Sokrates zu sprechen- im Reich der (schönen) Ideen: “Deine Worte hör’ ich wohl, doch deine Taten sprechen lauter.”
Es gilt, den (vor-)gelebten Beweis der Machbarkeit zu erbringen.

Ich persönlich habe den traditionsgeprägten Begriff “Mission” individuell neu definiert, was vielleicht nicht ganz konform mit der Bibel geht, in der Jesus den Missionsbefehl erteilt: “Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker […]”. Paulus hat sich dies auf die Fahne geschrieben.

Ich denke aber, dass “Gehen” in alle “Welt“, durchaus auch mit “hineintragen” in alle “Winkel der Herzen” übersetzt werden kann.
Dass es primär darum geht, die Menschen zu erreichen, nicht unmittelbar durch Distanzüberwindung mit Thesen-Verlautung (“Gehet an die Hecken und Zäune und predigt!”), sondern durch eine Art Heranführung an ein Ideal durch praktische, anschauliche Lebensführung:

Rede nur, wenn man dich fragt, aber lebe so, dass man dich fragt!

Der Berg soll zum Propheten kommen und nicht umgekehrt.

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