Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

17 
 Dezember 
 
2017

abgelegt in
Mnemosynes Geleit | Vorwelt

 

Als nun, wer es auch war von den Göttern, das wirre Gemenge
so zerteilt und geschieden und dann zu Gliedern geordnet.

aus: “Die Metamorphosen” von Ovid

Nur die (Ur-)Stoffe [1]Bausteine seh’ ich getürmt, aus welchen das Leben
keimet, der rohe Basalt hofft auf die bildende Hand.
 
[…]
 
Und das Gleiche nur ist’s, was an das Gleiche sich reiht.
Zeichen seh’ ich gebildet, der Wörter stolze Geschlechter
ziehn in geordnetem Pomp vornehm und prächtig daher.
Regel wird Alles, und Alles wird Zeichen [2]Original: Wahl, frei übersetzt: arbiträres Zeichen in einem Symbolsystem und Alles Bedeutung.

adaptiert von: “Der Spaziergang” von Friedrich Schiller


Der Ver-zeich-nisbaum [3]Yggdrasil

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Fußnoten[+]

 
 
28 
 März 
 
2012

abgelegt in
Gedankenschau

 

Bezugnehmend auf den Artikel von Frl. Rot verstehe ich mittlerweile die Schüler in ihren höchst individuell ausgeprägten und gepflegten Rechtschreibstrategien und ich kann ihnen aufgrund inkonsequenter Orthografieregeln die Inkonformität zum Duden nicht verübeln.

Denn die Schüler haben erkannt, dass Sprache etwas Wunderbares ist.
Dass Sprache aus Bausteinen besteht, mit denen sich spielen lässt.

Gönne dem Knaben, zu spielen, in wilder Begierde zu toben!
Nur die gesättigte Kraft kehret zur Anmut zurück.

Friedrich Schiller

Ebenso haben die Schüler erkannt, dass sich aus einzelnen Morphemen wahre architektonische Meisterbauwerke gestalten lassen, himmelan strebend und sich im Wolkenblau des geistigen Ätherraums verlierend.

Keiner von euch ist noch in die Schule der Menschen gegangen,
Und ihr drängt euch fröhlich und frei, aus der kräftigen Wurzel,
Untereinander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,
Mit gewaltigem Arme den Raum, und gegen die Wolken
Ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.

aus: “Die Eichbäume” (Friedrich Hölderlin)

Denn nicht immer folgt jener “Wildwuchs” der Geradlinigkeit, folgen die sprachlichen Gebilde der kühnen Himmelsstürmer den althergebrachten Statik-Vorgaben, den Konventionen alter Baumeister. Doch was gilt’s.
Wurde nicht auch der Schiefe Turm Pisas daselbst von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

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