Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

30 
 Oktober 
 
2017


 

DICHTUNG Joseph von Eichendorff
LESUNG Walter Sittler


 

Dämmrung will die Flügel spreiten,
Schaurig rühren sich die Bäume,
Wolken zieh’n wie schwere Träume –
Was will dieses Grau´n bedeuten?

Hast ein Reh du lieb vor andern,
Laß es nicht alleine grasen,
Jäger zieh’n im Wald’ und blasen,
Stimmen hin und wider wandern.

Hast du einen Freund hienieden,
Trau ihm nicht zu dieser Stunde,
Freundlich wohl mit Aug’ und Munde,
Sinnt er Krieg im tück’schen Frieden.

Was heut müde gehet unter,
Hebt sich morgen neu geboren.
Manches bleibt in Nacht verloren –
Hüte dich, bleib’ wach und munter!

 
 
19 
 Februar 
 
2017


 

Ceres und Bacchus [1]Quelle: Schönbrunner Impressionen


 
Musik
Felix Mendelssohn Bartholdy
Sommernachtstraum (Ouvertüre)
Friedensgesang

Süßer denn je,
mein Liebtäubchen mit dem Ährenkranz,
durchstreifet [2]durchrinnet dein Lied mein Gemüt.

Und wie in Dämm’rungs Frühe
der nachttauschwere [3]nachttauvolle Blumenkelch
sich neigt zum Schoß der Erde
und weiterreicht den Morgentrank,
so reich‘ auch ich
dein trunken Lied dir wieder,
in deine Locke summend.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

Fußnoten   [ + ]

 
 
18 
 Februar 
 
2017


 

Endymion [1]autobiographische Bezüge sind rein zufällig



 
Musik
Edward Elgar [2]Nimrod, 9. Enigma-Variation
Der ewigen Jugend Schlummersang

Schweig, gold’ner Ätherklang Sonne, Luna säuselt ihr Lied! Denn
milder tönet dem Wandrer im nachtenden Haine des Mondlichts
Silberfall, schimmert auf dunklerem Pfade ihm treues Geleit: Durch
schluchtige Fährten hinweg, hinauf den verwitterten Steig zur
dämmerumflorten Anhöh’, einkehrend sodann in der Göttin Geheimnis.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

Fußnoten   [ + ]