Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

25 
 August 
 
2016

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Gedankenschau
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„Niederstürzen möchte ich mich und anbeten
am Altar reiner Verehrung!“

Ob ich die Frauen verehre, sie gar im Stillen vergött’re?
Ja, im Gesang und der Dichtung, wo Reines verschmilzt, sich
alles verdichtet und sich übersteigert ins Geist’ge, ins wahre
Schöne verkläret, dem ewig Unfassbaren! Keines verschmähten
Mannes Frevelhand darf dich [holdes Weib], dem Erdkreis enthoben, nun schänden,
kein lüstern Aug‘ dich erschauen, kein weltlärmertäubtes Ohr dir
lauschen im heil’gen Bezirke des ätherdurchwogenden Sphärengesanges!

 
 
22 
 Juli 
 
2016

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Atheismus

 

 
 
10 
 März 
 
2016

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Zitate

 


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In der andauernden, nebulösen Geistesnacht vieler dunkelwaldläufiger Hassprediger zum Thema „Flüchtlinge“ gab mir jemand innerhalb eines FaceBook-Threads (Name des uneinsichtigen „Dialog“-Partners wurde geändert) erhellende Denkanstöße:

Tobias, ich verstehe den Begriff „Volk“ nicht. Was soll das sein? Wer gehört zu einem Volk – und wer nicht?

Wie wird man „volkszugehörig“? Wie entstehen Völker, wie verändern sie sich – und welche Bedeutung hat hierbei die Migration? Geschichtlich gesehen: sind „Völker“ stabile Gebilde, unveränderlich, eine reine „Inzucht“-Sache wie mittelalterliche abgelegenen Bergdörfer? Ist „Volk“ nicht etwas sehr Temporäres, in sich veränderlich?

Haben Menschen, die sich einem „Volk“ zugehörig fühlen, andere (mehr) Rechte, als heimatlose Menschen bzw. Flüchtlinge? Dürfen Menschen, die sich einem Volk zugehörig und sich von der Politik übergangen fühlen, gegen Gesetze verstoßen?

Nochmal geschichtlich gedacht: Wie vielen Menschen hat „völkisches“ Denken in den letzten 100 Jahren letzten Endes umgebracht? In Europa?

Sollten wir nicht langsam in anderen Kategorien denken? Wie wäre es mit „Mensch“?

Und warum muss der Protest gegen Herrscher-Eliten (Politik und Kapital) auf dem Rücken der Schwachen ausgetragen werden … warum solidarisieren sich die Schwachen nicht miteinander? Warum sind viele Schwache so angetan vom Nationalismus?

Wenn „Globalisierung“ den Schwachen mehr Nachteile als Vorteile gebracht hat – gilt dann der Umkehrschluss? Schützen Grenzen tatsächlich die Interessen der Schwachen? Machen uns diese Grenzen zu einem „Volk“, geschützt und glücklich in der Welt?


Ich fürchte, lieber Tobias, ein Großteil Deiner Behauptungen hält keinem Faktencheck stand. Weder, dass „Schäubles Überschüsse ausschließlich für Flüchtlinge“ genutzt werden – und schon gleich überhaupt nicht Deine Fantasie von „80% triebgesteuerter Männer“ (es sei denn, Du möchtest damit nahelegen, dass alle Männer zu 80% triebgesteuert seien?).

Auch sehe ich persönlich nichts Erhaltenswertes an einem solchen missbrauchsanfälligen Phantom-Konstrukt wie den sogenannten Völkern. Die Nationalstaaterei (die mit dem schwammigen Begriff „Volk“ sozialdarwinistisch legitimiert werden soll) ist noch keine so alte Erfindung – und sie hat der Menschheit viel Leid und wenig Vorteil gebracht.

Auch sollte man nicht die Vergewaltigungen in Köln (weder die tatsächlichen, noch die zahlreichen erfundenen) propagandistisch ausschlachten, um Öl ins Feuer der (eigenen) Fremdenangst zu gießen – brennende Asylbewerberheime gibt es schon genug! Besser wäre es, sich für das menschliche Miteinander einzusetzen und den Menschen zu helfen.

Integration heißt aber durchaus auch, Flüchtlinge mit unseren gesellschaftlichen Regeln vertraut zu machen. Ob aber unser Frauenbild hierzulande tatsächlich so deutlich weniger sexistisch und unemanzipierter als das der unterschiedlichen Flüchtlingsgruppen sei, muss sich meiner Meinung nach erst einmal beweisen.

Wusstest Du übrigens, dass die Kosten der Flüchtlinge in Deutschland absolut lächerlich sind? Zumindest im Vergleich! Nur ein aberwitzig winziger Bruchteil der Bankenrettungskosten! Nur ein winziger Bruchteil dessen, was durch Steuerflucht jährlich verloren geht! Und weniger selbst als die Abwrackprämie, mit der wir die teils kriminelle Autoindustrie in DE neulich noch großzügig übervorteilt haben!

Ich glaube nicht, dass wir eine Neiddiskussion brauchen. Weder das, noch künstliche Integrationshindernisse in Form von unterschwelliger oder offener Fremdenfeindlichkeit. Mensch = Mensch, egal, woher er kommt. Und die Grenzen unserer Hilfepotentials sind bisher weder finanziell, noch sonstwie ausgeschöpft. Diese Grenzen lass ich mir (und da gehöre ich zu keiner Minderheit) weder von Seehofer, noch von der AfD willkürlich diktieren.


Und beim Bestaunen des AfD-Wahlprogramms frage ich mich verzweifelt, wieso so viele rechte Looser, die selbst kaum ein Bein auf den Boden kriegen, einer unsozialen „Flat-Tax“ zustimmen? Oder gegen den Mindestlohn sind? Wie kann man nur so dumm für die Interessen egoistischer Eliten eintreten?