Poem

DICHTUNG Selma Meerbaum-Eisinger
LESUNG Iris Berben
BEREITSTELLUNG wortlover


 

Die Bäume sind von weichem Lichte übergossen,
im Winde zitternd glitzert jedes Blatt.
Der Himmel, seidig-blau und glatt,
ist wie ein Tropfen Tau vom Morgenwind vergossen.
Die Tannen sind in sanfte Röte eingeschlossen
und beugen sich vor seiner Majestät, dem Wind.
Hinter den Pappeln blickt der Mond aufs Kind,
das ihm den Gruß schon zugelächelt hat.

Im Winde sind die Büsche wunderbar:
bald sind sie Silber und bald leuchtend grün
und bald wie Mondschein auf lichtblondem Haar
und dann, als würden sie aufs neue blühn.

Ich möchte leben.
Schau, das Leben ist so bunt.
Es sind so viele schöne Bälle drin.
Und viele Lippen warten, lachen, glühn
und tuen ihre Freude kund.
Sieh nur die Straße, wie sie steigt:
so breit und hell, als warte sie auf mich.
Und ferne, irgendwo, da schluchzt und geigt
die Sehnsucht, die sich zieht durch mich und dich.
Der Wind rauscht rufend durch den Wald,
er sagt mir, dass das Leben singt.
Die Luft ist leise, zart und kalt,
die ferne Pappel winkt und winkt.

Ich möchte Leben.
Ich möchte lachen und Lasten heben
Und möchte kämpfen und lieben und hassen
Und möchte den Himmel mit Händen fassen
Und möchte frei sein und atmen und schrein.
Ich will nicht sterben. Nein!
Nein.
Das Leben ist rot,
das Leben ist mein.
Mein und dein.
Mein.

Warum brüllen die Kanonen?
Warum stirbt das Leben
für glitzernde Kronen?

Dort ist der Mond.
Er ist da.
Nah.
Ganz nah.
Ich muß warten.
Worauf?
Hauf um Hauf
Sterben sie.
Stehn nie auf.
Nie und nie.
Ich will leben.
Bruder, du auch.
Atemhauch
geht von meinem und deinem Mund.
Das Leben ist bunt.
Du willst mich töten.
Weshalb?
Aus tausend Flöten
weint Wald.

Der Mond ist lichtes Silber im Blau.
Die Pappeln sind grau.
Und Wind braust mich an.
Die Straße ist hell.
Dann…
Sie kommen dann
und würgen mich.
Mich und dich
tot.
Das Leben ist rot,
braust und lacht.
Über Nacht
Bin ich
tot.

Ein Schatten von einem Baum
geistert über den Mond.
Man sieht ihn kaum.
Ein Baum.
Ein
Baum.
Ein Leben
kann Schatten werfen
über den
Mond.
Ein
Leben.
Hauf um Hauf
sterben sie.
Stehn nie auf.
Nie
und nie.

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Lerne leben

TEXT & MUSIK Kurt Mikula
GESTALTUNG Kreativwerkstatt der NMS Lofer



1.
Von der Sonne lerne zu wärmen,
einer von vielen zu sein lern von den Sternen.
Vom Wind lern frei zu leben,
von den Wolken mit Leichtigkeit schweben.
Zu nehmen und zu geben,
lern von der Ebbe und der Flut,
und von jedem neuen Tag
die Hoffnung: Es wird gut.

2.
Vom Meer lern im Überfluss geben,
mit dem Adler in die Höhe zu streben.
Von den Bäumen lern standhaft zu bleiben,
und vom Grashalm im Sturm dich zu neigen.
Von der Sonne und vom Regen
in Freud und Leid zusammenstehn,
dann kannst du hoch am Firmament
den Regenbogen sehn.

3.
Lern von den Blättern im Herbst loszulassen,
und vom Winter neue Kräfte zu fassen.
Vom Frühling immer neu zu beginnen,
dich zu verwandeln von den Schmetterlingen.
Von den Jungen lern zu wachsen,
von den Alten auszuruhn,
da wo du jetzt im Leben stehst
das Wichtige zu tun.

4.
Und vom Herbst lern Abschied zu nehmen,
vom Regen deiner Tränen dich nicht zu schämen.
Von den Blumen lern dich offen zu zeigen,
und von den Steinen lerne das Schweigen.
Vom Abendrot das Wissen,
dass nach jeder dunklen Nacht,
dass trotz aller Finsternis
ein neuer Tag erwacht.

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Mr Rock & Roll


Mr Rock & Roll
Amy Macdonald

 
Dank für den Hinweis entsende ich meinem Freund Norman


 

So called mr rock n roll
he’s dancing on his own again
talking on his phone again
to someone
who tells him
that his balance is low
he’s got nowhere to go
He’s on his own again.

Rock chick of the century
is acting like she used to be
dancing like there’s no-one there
before she ever seemed to care
Now she wouldn’t dare
it’s so rock and roll to be alone

Chorus
And they’ll meet one day,
far away
and say I wish I was something more
And they’ll meet one day,
far away
and say
I wish I knew you, I wish I knew you before.

Mrs Black and white
she’s never seen a shade of grey
Always something on her mind,
every single day
But now she’s lost her way
and where does she go from here.

Mr multicultural
sees all that one could see
He’s living proof of someone
very different to me
But now he wants to be free,
free so he can see.

Chorus

He’ll say
I wish I knew you
I wish
I met you
when time was still on my side
She’ll say
I wish I knew you
I wish
I loved you
before I was his bride.

And so they must depart
two many more broken hearts
but I’ve seen that all before
in TV books and film
and more
And there’s a happy ending,
every single day.

Chorus

Der sogenannte Herr Rock and Roll
tanzt wieder allein,
spricht wieder in sein Telefon
mit jemandem,
der ihm erzählt,
seine Balance wäre am Tiefpunkt.
Er hat nichts wo er hingehen könnte.
Er ist wieder allein.

Das Rock Chick des Jahrhunderts
verhält sich wie sie es immer getan hat,
tanzt als wäre da niemand anderes.
Früher schien sie sich nicht darum zu kümmern
Jetzt dürfte sie nicht mehr
Es ist so Rock and Roll allein zu sein

Refrain
Und sie werden sich eines Tages treffen
weit weg
und sagen: “Ich wünschte ich wäre mehr”
Und sie werden sich eines Tages treffen
weit weg
und sagen: “Ich wünschte ich hätte dich, Ich wünschte ich hätte dich schon früher gekannt”

Frau Schwarz und Weiß
sie hat nie auch nur eine Graustufe gesehen
Da ist immer etwas in ihrem Kopf
jeden einzelnen Tag
Aber jetzt hat sie ihren Weg verloren
und wo geht sie hin?

Herr Multikulturell
sieht alles was man sehen kann
er ist der lebende Beweis für jemanden
der sich sehr von mir unterscheidet
Aber jetzt will er frei sein
Frei, sodass er sehen kann.

Refrain

Er sagt:
“Ich wünschte, ich hätte dich gekannt,
Ich wünschte,
ich hätte sich getroffen,
als die Zeit noch auf meiner Seite war”
Sie wird sagen:
“Ich wünschte, ich hätte dich gekannt,
ich wünschte,
ich hätte dich geliebt,
bevor ich seine Braut wurde”

Und so mussten sie sich verlassen,
zwei weitere gebrochene Herzen.
Aber ich hab das alles schon gesehen:
im Fernsehen, Büchern und Filmen
und mehr.
Und da gibt es ein Happy End,
jeden einzelnen Tag.

Refrain

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