Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

20 
 August 
 
2016

abgelegt in
Gedankenschau

 

Die Sozialität ist eine humanspezifische Eigenschaft wie das Hinwenden der Pflanze zum Sonnenlicht ebenfalls artspezifisch ist.

Das Gespräch als soziales Interaktionsmittel ist unerlässlich für Informationsabgleich, Meinungsrevidierung, generell für die „innere Gestaltung“ von geistigen Prozessen.

Darüberhinaus ist für mich das geistige Gegenüber („Gesprächspartner“) nicht als Person zu verstehen, sondern als Kategorie. Geschlecht und Alter spielen daher auch eine untergeordnete Rolle. Es geht um den Menschen und das Grundbedürfnis der Kommunikation an sich.
Dies meint auch, dass -in Ermangelung sozialer Kontakte trotz Bemühungen im Aufbau außerfamiliärer Netzwerke (z.B. beruflich bedingt, durch Wohnortswechsel oder Spezialinteressen)- auch mit der eigenen Mutter (nicht in der Funktion als Person, sondern als kommunikative Kategorie) über Lebensfragen diskutiert werden darf, ohne gleich als mütterliches Anhängsel bezeichnet zu werden.

Jeder verfügt über einen Sozialpool, auf den er Zugriff hat und diesen auch nutzen sollte.
Mutmaßungen und Meinungsbildung der Außenwelt über die Innenwelt eines anderen halte ich für deplatziert und unterliegen meist groben „Messfehlern“ (Blackbox-Modell).

 
 
29 
 Januar 
 
2016

abgelegt in
Gedankenschau

 

Unter Bildungsniveau verstehe ich nicht die sprachliche Kompetenz der Muttersprache, noch die kognitive Durchdringung mathematischer Zusammenhänge, noch die Wissensanhäufung in Geistes- oder Kulturwissenschaften.
Bildung (engl. „education“) meint Er-Ziehung, das Hin-Ziehen zu Normen und Werten einer menschlichen Gemeinschaft bis hin zu deren Verinnerlichung (Internalisierung).

Erziehungsberechtigte als auch gesetzliche Vorgaben erfüllen in Anlehnung an Erich Fromm nur die temporäre Funktion, Verhaltensweisen wach zu halten und durch ständige Präsenz (Außenwirkung) strukturgebend eigenes Verhalten dahin langfristig zu „installieren“, das die inneren Moralvorstellungen zu einem Konsens mit dem äußeren moralischen Kodex führt.

Werden also gewisse Gesellschaftsregeln menschlichen Umgangs eingehalten, einem Normenkatalog gefolgt, so kann man auch bei einem Menschen mit einer geistigen Behinderung von einem hohen Bildungsniveau durchaus sprechen, wobei ein Akademiker mit sozial unverträglichem Verhalten in diesem Zusammenhang ein niedriges Bildungsniveau aufweist.

 
 
5 
 Mai 
 
2008

abgelegt in
Gedankenschau

 

Das Minimalprinzip beschreibt, dass bei minimalem (Kräfte-)Einsatz ein maximaler Erfolg erzielt werden kann.

Beispiel:
Ein nicht allzu fleißiger Schüler lernte noch flugs („kursorisch“) auf der Zugfahrt zur Schule für einen Vokabeltest und erzielte die Note 1,0.
Maximaler Erfolg bei minimalem Einsatz!

Auch die Jahreszeiten entstehen durch eine minimale Neigung der Erdachse (um genau 23,27 Grad), was auf den beiden Hemisphären (Nord- und Südhalbkugel) unterschiedliche Sonneneinstrahlungswinkel zur Folge hat und eine damit unterschiedliche Erwärmung.
Minimaler Neigungsgrad hat damit enorme Auswirkung auf die Jahreszeiten der beiden Erdhalbkugeln.

 



 

 
Interessant finde ich, dass unser Gehirn auch aus zwei Hemisphären besteht (linke und rechte Gehirnhälfte) und das dieses „Hemisphären-Prinzip“ auch auf gehirnanatomischer Ebene anzutreffen ist, wie sich noch nachfolgend zeigen wird.

 
Allgemeine Bekanntheit genießen vielleicht die unterschiedlichen Funktionen der beiden Hirnhälften.

 

linke
 
Gehirnhälfte
 
rechte
 
Logik
Vernunft
Verstand
Zahlen
Daten
Fakten
Lesen
Rechnen
Schulbildung
Gefühl
Emotion
Stimmung
Kreativität
Instinkt
Intuition
Bilder
Töne
„Erfahrung“

 
Man sieht, dass eine jeweilige Gehirnhälfte auf bestimmten Gebieten ein „Spezialist“ ist.

Hochbegabte haben nun die (unbewusste) Angewohnheit, dass sie während einer Aufgabenstellung leicht den Kopf nach links oder rechts wenden.
Hmm, was soll das?

Wir kennen eine ähnliche Situation vielleicht bei älteren Menschen, die aufgrund unterschiedlicher Hörqualitäten ihrer beiden Ohren, sich dem Gesprächspartner durch eine leichte Kopfdrehung mit dem Ohr zuwenden, mit dem sie besser hören.

Gleiches findet sich auch bei Hochbegabten.
Je nach Aufgabentypus wenden auch sie den Kopf nach links oder rechts, je nachdem, ob die Aufgabenstellung logische oder kreative Fähigkeiten abfordert.

Da das linke Auge (als auch das linke Ohr) mit der rechten Gehirnhälfte verbunden ist (kontralateral), wird ein hochbegabter Schüler bei einer Wegbeschreibung durch den Lehrer den Kopf (leicht) nach rechts wenden, um über das linke Auge und Ohr mehr Informationen an die rechte Gehirnhälfte weiterzuleiten, die sich auf „Vorstellung“ spezialisiert hat.

Umgekehrt wird er sich beim Stellen einer logischen Rechenaufgabe verhalten: die Kopfwendung erfolgt nach links, weil die linke Gehirnhälfte besser mit Zahlen hantieren kann.

In beiden Fällen wird das geistige Potential effektiver genutzt.

 
Was lernen wir daraus?
Oft bewirkt eine minimale Änderung unseres Blickwinkels auf die alltäglichen Dinge Wunder und nie geahnte Lösungsansätze. 😉