Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

25 
 Mai 
 
2011

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Gedenkt nicht meiner Drangsal
im feind’schen Kampfgefild,
denn stets hat sich die Muse selbst
ihr Schild geschmiedet.

Spendet indes den dürftigen Armen,
salbt der verwaisten Seelen klaffende Wunden
und huldigt Helios ihn ehrend mit redlicher Tat.

Der feilen Brust lauen Verlagswesens
entbiete ich unabläßliches Verbot
gutenbergschen Wirkens.

Merkurs Götzendiener gierender Frevelhand
verwehr’ ich gänzlich meines Geistes’ Blüte.

Nimmer soll meiner Worte Lauterkeit
auf Camel’s gebirgischen Höhen
Mammon’s Opferaltäre besprengen.

Mehr in freier Manier
die kindbewahrten Herzenstafeln anzuhauchen
mit gold’nen Lettern
fein umrankt von Efeublättern
ist mein sinnend Trachten.

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4 
 Juni 
 
2010


 

Thomas der Zwilling

Jesus sprach:
“Wenn ihr Geld habt, gebt es nicht gegen Zins.
Vielmehr gebt es dem, von dem ihr es nicht zurück erhalten werdet.”
Nicht jenes Kaufmannes nied’rer Gesinnung eifere nach, der
Geld nur entleiht, es einstreicht mit Zins, sein Vermögen zu mehren.

Wahre den Freimut im Herzen dir doch und leih’ dein Gehör dem
Dürftigen. Neige zu ihm dich herab und dien’ ihm mit tät’gem
Wort. Denn umsonst empfingest auch du von himmlisch gedeckter
Tafel Speise und Trank. So fordere gleichwohl vom Nächsten
nichts, ihm selbstlos ergeben, sodann göttliche Weisung befolgend.
→ zu Mnemosynes Geleit
Evangelium nach Thomas
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