| 20 August 2026 |
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Thomas-Evangelium | Logion 113 –
Das Königreich Gottes
Lektüre im Studienzentrum Weimar:
Die verborgenen 114 Jesusworte (Logien)
– freie Nachdichtung –
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Seine Jünger sprachen zu ihm:
“Das Königreich, an welchem Tage wird es kommen?”
“Nicht im Erwarten wird es kommen.
Sie werden nicht sagen: Siehe, hier! oder: siehe dort!
Vielmehr ist das Königreich des Vaters ausgebreitet über die Erde,
und die Menschen sehen es nicht.”
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Einst gebarest, ewiger Tröster Du, in der Weltnacht
Dunkel den Himmelstern. Wundernder Aufschau dem Volk, den Gelehrten
Herold deiner Niederkunft. So verkündete damals
am Firmament ein Gestirn dein irdisch Erscheinen, des Geistes
Fleischwerdung, und erfüllte der Alten still flammende Hoffnung,
die aus Jesajas prophetischem Wort seit jeher sich nährte.
So erhob sich im Kreis seiner Jünger der Menschensohn und sprach:
„Wahrlich, ich sage euch, kein weit’res Mal stellt das Königreich Gottes
sich einem menschlichen Aug‘ durch Himmelsgebaren nur dar und
nimmer gewahrt eines Deuters forschender Blick die erneute
Stätte göttlicher Wiederkunft. Gebt drum Obacht vor der Weisen
Lehre und schmäht ihrer Weissagung Kunst!
Denn das Reich aller Himmel
thront nicht in Wolkenpalästen, umsonst irret suchend der Blick im
Sternengewirr des unendlichen Raums. Denn Gottes Regentschaft
ist nunmehr ausgebreitet über der Erde Grund Weite,
ist bereits ausgegossen in der Völker Schar Herzen.
Jedem wohnet das Göttliche inne, ist irdische Heimstatt
heiligen Geists, des ewigen Baumeisters Tempelstadt, gotter-
wähltes Heiligtum, Stätte des täglichen Opfers im Werk, der
Hingabe und Offenbarung göttlichen Wirkens zugleich.”
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Musik:
Wolfgang Amadeus Mozart – Ave Verum
https://archive.org/details/ave_verum
#thomasevangelium #gotteskönigreich #gottesreich #göttliches
| 27 April 2008 |
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An Diotima
Götter wandelten einst bei Menschen, die herrlichen Musen
und der Jüngling, Apoll, heilend, begeisternd wie du.
Und du bist mir, wie sie, als hätte der Seligen Einer
mich ins Leben gesandt, geh ich, es wandelt das Bild
meiner Heldin mit mir, wo ich duld und bilde, mit Liebe
bis in den Tod, denn dies lernt ich und hab ich von ihr.
Laß uns leben, o du, mit der ich leide, mit der ich
innig und gläubig und treu ringe nach schönerer Zeit.
Sind doch wirs! Und wüßten sie noch in kommenden Jahren
von uns beiden, wenn einst wieder der Genius gilt,
sprächen sie: es schufen sich einst die Einsamen liebend
nur von Göttern gekannt ihre geheimere Welt.
Denn die Sterbliches nur besorgt, es empfangt sie die Erde,
aber näher zum Licht wandern, zum Aether hinauf
sie, die inniger Liebe treu, und göttlichem Geiste
hoffend und duldend und still über das Schicksal gesiegt.
| Persönlicher Nachtrag Moralische Konflikte stellen sich bei mir in diesem Gedicht trotzdem ein, zumal Hölderlin dieses Gedicht Susette Gontard, einer verheiratete Frau und seiner Geliebte zugleich, widmete. |








