| 31 März 2018 |
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Nach mehrstündigem Spaziergang zur Burg Steinsberg und zurück entsende auch ich mit Beethovens einziger Oper „Fidelio“ österliche Grüße!
ROCCO
Nur hurtig fort, nur frisch gegraben,
Es währt nicht lang‘, er kommt herein.LEONORE
Ihr sollt ja nicht zu klagen haben,
Ihr sollt gewiss zufrieden sein.ROCCO
Komm, hilf doch diesen Stein mir heben –
Hab‘ acht! – Hab‘ acht!
Er hat Gewicht!LEONORE
Ich helfe schon – sorgt Euch nicht;
Ich will mir alle Mühe geben.ROCCO
Ein wenig noch!LEONORE
Geduld!ROCCO
Er weicht.LEONORE
Nur etwas noch!ROCCO
Es ist nicht leicht!ROCCO
Nur hurtig fort, nur frisch gegraben,
Es währt nicht lang‘, er kommt herein.LEONORE
Lasst mich nur wieder Kräfte haben,
Wir werden bald zu Ende sein.
Wer du auch seist, ich will dich retten,
Bei Gott! Du sollst kein Opfer sein!
Gewiss, ich löse deine Ketten,
Ich will, du Armer, dich befrein.ROCCO
Was zauderst du in deiner Pflicht?LEONORE
Mein Vater, nein, ich zaudre nicht.ROCCO
Nur hurtig fort, nur frisch gegraben,
Es währt nicht lang‘, so kommt er her.LEONORE
Ihr sollt ja nicht zu klagen haben,
Lasst mich nur wieder Kräfte haben,
Denn mir wird keine Arbeit schwer.
| 10 April 2016 |
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In Ermangelung eines Freundes Herz flüchte ich mich in die Liebesarme der beseelten Natur…
… und vergaloppierte mich zu einer Pferdekoppel nach Adelshofen, die Kinder Augen leuchten lässt.
Im Gegensatz zu meinen doch recht beengten Familienverhältnissen ist dieser Anblick nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern eine wahre Augenweide.
Und der Reitsport ist sicherlich auch eine Verlustigung erster Kajüte, verleiht er doch zumindest für den Moment das Gefühl, Gräben zu überwinden.
Allerdings bleiben diese Gräben, die Unüberwindbarkeit in das „Vertrauen“ seiner Selbstwirksamkeit mitunter auch, wenn nicht sogar ein Beinbruch noch hinzu kommt.
Das ist das Risiko, das der Reitsport mit sich bringt und mich schauern und verzagen lässt, dass eben etwas (zer-)bricht, weil man über sein Vermögen hinaus sich einer Aufgabe stellt, der man nicht gewachsen ist.
Lass‘ gut sein!
Schuster/Schumacher, bleib‘ bei deinen (Schuh-)Sohlen, Hufeisen sind nicht dein Metier!
Bleib‘ deinen Berufsprinzipien treu, die ordnungsstiftend sind, betrete deine Werkstatt und eben nicht eingezäuntes Gelände!
Die Regeln sind einfach, letztlich auch nicht wirklich Gebote, sondern An-Gebote zu einem zufriedenen Leben.
Und vor allem, lerne (wieder) „zu vertrauen“, nicht nur in deine Fähigkeiten und in dein Handwerk, sondern in das Gelingen einer Sache allgemein!
| 7 April 2016 |
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Alles Gute zu Deinem 8. Geburtstag auch von mir, liebe Lili!
Feiere heute schön!
Ich finde es schade, dass sich Erwachsene oft nicht verstehen…
| 23 Februar 2013 |
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Ich will die Nacht um mich ziehn als ein warmes Tuch
Mit ihrem weißen Stern, mit ihrem grauen Fluch,
Mit ihrem wehenden Zipfel, der die Tagkrähen scheucht,
Mit ihren Nebelfransen, von einsamen Teichen feucht.
Ich hing im Gebälke starr als eine Fledermaus,
Ich lasse mich fallen in Luft und fahre nun aus.
Mann, ich träumte dein Blut, ich beiße dich wund,
Kralle mich in dein Haar und sauge an deinem Mund.
Über den stumpfen Türmen sind Himmelswipfel schwarz.
Aus ihren kahlen Stämmen sickert gläsernes Harz
Zu unsichtbaren Kelchen wie Oportowein.
In meinen braunen Augen bleibt der Widerschein.
Mit meinen goldbraunen Augen will ich fangen gehn,
Fangen den Fisch in Gräben, die zwischen Häusern stehn,
Fangen den Fisch der Meere: und Meer ist ein weiter Platz
Mit zerknickten Masten, versunkenem Silberschatz.
Die schweren Schiffsglocken läuten aus dem Algenwald.
Unter den Schiffsfiguren starrt eine Kindergestalt,
In Händen die Limone und an der Stirn ein Licht.
Zwischen uns fahren die Wasser; ich behalte dich nicht.
Hinter erfrorener Scheibe glühn Lampen bunt und heiß,
Tauchen blanke Löffel in Schalen, buntes Eis;
Ich locke mit roten Früchten, draus meine Lippen gemacht,
Und bin eine kleine Speise in einem Becher von Nacht.
| Textdichterin | Getrud Kolmar | |
| Lesung | Donata Höffer | |
| Bereitstellung | wortlover |
| 28 Dezember 2012 |
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Er ist’s (0:05)
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte
süße wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon
wollen balde kommen
horch,von fern ein leiser Harfenton
Frühling ja du bist`s
dich hab ich vernommen.
Pastoralerfahrung (0:56)
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Meine guten Bauern freuen mich sehr.
Eine scharfe Predigt ist ihr Begehr.
Und wenn man es mir nicht verdenkt,
Sag ich, wie das zusammenhängt.
Sonnabend, wohl nach Elfe spat,
Im Garten stehlen sie mir den Salat.
In der Morgenkirch mit guter Ruh
Erwarten sie den Essig dazu.
Der Predigt Schluss fein linde sei:
Sie wollen gern auch Öl dabei.
Peregrina (2:08)
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Die Liebste, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht.
Ihr edles Haupt weiß nicht mehr, wo es ruht.
Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.
Ja, Peregrinen hab ich so gefunden!
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut.
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.
Wars möglich, solche Schönheit zu verlassen?
So kehre wieder mir das alte Glück!
O komm, in meine Arme dich zu fassen!
Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?
Sie küßt mich ohne Liebe, ohne Hassen.
Sie kehrt sich ab und kehrt mir nie zurück.
Das verlassene Mägdlein (3:32)
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Früh, wenn die Hähne krähn,
Eh die Sternlein verschwinden,
Muss ich am Herde stehn,
Muss Feuer zünden.
Schön ist der Flammen Schein.
Es springen die Funken.
Ich schaue so drein,
In Leid versunken.
Plötzlich, da kommt es mir,
Treuloser Knabe,
Dass ich die Nacht von dir
Geträumet habe.
Träne auf Träne dann
Stürzet hernieder.
So kommt der Tag heran –
O ging er wieder!
Erstes Liebeslied eines Mädchens (4:39)
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Was im Netze? Schau einmal!
Aber ich bin bange.
Greif ich einen süßen Aal?
Greif ich eine Schlange?
Schon schnellt mirs in Händen!
Ach Jammer! o Lust!
Mit Schmiegen und Wenden
Mir schlüpfts an die Brust.
Es beißt sich, o Wunder!
Mir keck durch die Haut.
Schießts Herze hinunter!
O Liebe, mir graut!
Was tun, was beginnen?
Das schaurige Ding,
Es schnalzet da drinnen,
Es legt sich im Ring.
Gift muss ich haben!
Hier schleicht es herum.
Tut wonniglich graben
Und bringt mich noch um!
Denk es, o Seele! (7:30)
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Ein Tännlein grünet wo,
Wer weiß, im Walde.
Ein Rosenstrauch, wer sagt,
In welchem Garten!
Sie sind erlesen schon,
Denk es, o Seele,
Auf deinem Grab zu wurzeln
Und zu wachsen.
Zwei schwarze Rösslein weiden
Auf der Wiese.
Sie kehren heim zur Stadt
In muntern Sprüngen.
Sie werden schrittweis gehn
Mit deiner Leiche
Vielleicht, vielleicht noch eh
An ihren Hufen
Das Eisen los wird,
Das ich blitzen sehe!
| 7 Oktober 2012 |
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| DICHTUNG | Paul Celan | |
| LESUNG | Paul Celan | |
| BEREITSTELLUNG | wortlover |
Es war Erde in ihnen, und
sie gruben.
Sie gruben und gruben, so ging
ihr Tag dahin, ihre Nacht. Und sie lobten nicht Gott,
der, so hörten sie, alles dies wollte,
der, so hörten sie, alles dies wuβte.
Sie gruben und hörten nichts mehr;
sie wurden nicht weise, erfanden kein Lied,
erdachten sich keinerlei Sprache.
Sie gruben.
Es kam eine Stille, es kam auch ein Sturm,
es kamen die Meere alle.
Ich grabe, du gräbst, und es gräbt auch der Wurm,
und das Singende dort sagt: Sie graben.
O einer, o keiner, o niemand, o du:
Wohin gings, da’s nirgendhin ging?
O du gräbst und ich grab, und ich grab mich dir zu,
und am Finger erwacht uns der Ring.






























