Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

25 
 Mai 
 
2011

abgelegt in
Schach | über ...

 

Gedenkt nicht meiner Drangsal
im feind’schen Kampfgefild,
denn stets hat sich die Muse selbst
ihr Schild geschmiedet.

Spendet indes den dürftigen Armen,
salbt der verwaisten Seelen klaffende Wunden
und huldigt Helios ihn ehrend mit redlicher Tat.

Der feilen Brust lauen Verlagswesens
entbiete ich unabläßliches Verbot
gutenbergschen Wirkens.

Merkurs Götzendiener gierender Frevelhand
verwehr’ ich gänzlich meines Geistes’ Blüte.

Nimmer soll meiner Worte Lauterkeit
auf Camel’s gebirgischen Höhen
Mammon’s Opferaltäre besprengen.

Mehr in freier Manier
die kindbewahrten Herzenstafeln anzuhauchen
mit gold’nen Lettern
fein umrankt von Efeublättern
ist mein sinnend Trachten.

0
 
 
7 
 September 
 
2008

abgelegt in
Gedankenschau

 

„Wäre Werther mein Bruder gewesen, ich hätt’ ihn erschlagen!”
Auszug aus :”Römische Elegien” (Goethe)

 
“Wäre Gutenberg mein Zeitgenosse gewesen, ich hätt’ ihn erschlagen!”

 
…sage ich, in Anbetracht der getürmten Prüfungsliteratur, dem blanken, toten Buchstaben zum neuen Erzfeind geradewegs ins Angesicht, der die unverfälschte Bildermacht reger Phantasie aus dem Herzen der Menschheit vertrieb, den Stempel nüchterner Wahrheiten dem Geiste aufdrückte!

Wie weit hat uns der Buchstabe ins Reich der erhabenen, letztlich nicht greifbaren Begriffswelt katapultiert?

Wie weit hätten uns die mündlich tradierten Lebenserfahrungen unserer Urväter ins wahre Elysium menschlicher Einsicht getragen?

“Fluch dem Buchstaben, der da tötet! 2. Korinther 3,6

Schändlicher, dreimal schändlicher …” Aus: “Die Räuber” (Friedrich Schiller)

0