Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

18 
 Januar 
 
2016

abgelegt in
Diablo | Gedankenschau | Reimgedichte

 

Nunmehr, Muse,
Dir zum Gruße!
Lass‘ meines Grolles Drohgebaren
doch voller Anmut niederfahren!
Den Hammer lass‘ schwingen,
mein Werk mir gelingen!

Schmied Haedrig

 
 
5 
 Januar 
 
2016


 

Sigon, krank danieder zu Harrogat

Sigon, verwundeter Kriegsheld zu Harrogat.
Larzuk an seinem Krankenlager.

 
Larzuk, mir Schutzschild und Waffenbruder in verheerendem Schlachtzug
schneereichen Hochlands, künde ich – baldiges Ende ereilend –
letzte Gedanken des flackernden Geistes erlöschender Flamm‘. Denn

Malah, die allzeit Umsorgte, gebrach es an Heilkraut zu lindern
klaffende Wunden, die mir der grausame Kriegsherr mit mächtigem Hiebe
schlug. So lieg’ ich danieder und harre dem nahenden Tod, der
mich aus Freundes Armen hinanzieht an kühlere Brust! … Doch

fliehet, ihr Schauergedanken, denn ferner bestürmen nun fortan
Schreckensgebilde den zagenden Geist und streuen den Zweifel ins
Herz mir. Folgt ich dem edleren Trieb doch nur, als in den Kampf ich
auszog, dämonischen Horden zu wehren mit sühnendem Schwerte!

Lohn sei meiner gewiss, nun empfangend in besseren Welten:
Durch der Walküren Geleit in die heilige Halle geführt, an der Helden
Tafel geladen, gereicht den goldnen Pokal, mir entschäumend.

Waren die gnädigen Götter dem Wagenden stets nicht gesonnen,
hielten die Himmlischen herrliche Gaben seit jeher bereit, zu
ehren der Sterblichen Mut im Weltbrand der eifernden Mächte?

Mir wird am Ende der Tage der Götter Geschenk nun zuteile…

 
 
29 
 August 
 
2009

Schlagwörter

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Neben bisher produzierter leidiger Gebrauchslyrik, „Liebeslyrik“ (wie ich diesen inflationären Begriff verabscheue), vereinzelt kleineren Theaterstücken, Schachgedichten usw. möchte ich mich nunmehr einem anderen Genre hinwenden und den Pfad der Fantasy-Literatur beschreiten.
 
Wieso aber gerade das Action-Online-Rollenspiel Diablo 2 als Hintergrund einer Erzählung?
Hierfür sprechen diverse Gründe:
 

1. organisatorischer Aspekt
Unabhängig vom Genre setzt zunächst generell ein Wettbewerb (hier ein Story-Contest) einen fixen Abgabetermin („Deadline“) und zwingt so zur Selbstdisziplin (Zeitplanung).

 

2. motivationaler Aspekt
Die für ein Rollenspiel typische Community beschert (hoffentlich) eine garantierte Leserschaft.
Somit ist eine Textproduktion kein monologisches Niederschreiben von Gedanken ohne Widerhall, sondern ein lebendiger Dialog im Sinne eines „fiktiven Zuhörers“.

 

3. identifikatorischer Aspekt
Ein Rollenspiel gestattet die Möglichkeit, in die Rolle eines Charakters (Helden) zu schlüpfen.
Dadurch entsteht ein Höchstmaß an Authentizität.
Da ich mich für den Helden Sigon entschieden habe, sind mir durch die vorgegebenen 5 Setgegenstände gewisse Grenzen gesetzt (auch Phantasie braucht Bahnen, in die sie gelenkt werden muss), andererseits ist der Waffen- und Schmuckslot frei, der mir noch gewisse Freiräume lässt.

 

4. sprachästhetischer Aspekt
Neben dem Hack-and-Slay-Prinzip der sehr einfach gehaltenen Spielmechanik (Monster töten und niederfallende Gegenstände einsacken) offenbart sich trotz dieses „Gewaltpotentiales“ durchaus eine Tendenz zu Wortkreationen, die sich dem Regelwerk der Poetik bedienen.
Ob es sich um Ortsnamen handelt oder um die Bezeichnung einzigartiger Gegenstände, ja auch sogenannte Runenwörter, oft lehnt man sich an den Daktylus mit der Silbenbetonungsabfolge betont-unbetont-unbetont, wie z.B. Dunkelwald.

Besonders hervorzuheben wäre hier:

Ortsnamen      Lut Gholein, Hallen der Toten, ferne Oase , vergessene Stadt, Kerker des Hasses, Festung des Wahnsinns, Stadt der Verdammten, Arreats Hocheb(e)ne, Hallen der Schmerzen, gefrorene Tundra

 

Gegenstände      Hand des gesegneten Lichts,Arreats Antlitz, Schnitters Tribut, Tyraels Macht

 

Runenwörter      Odem der Sterbenden, Hand der Gerechtigkeit, Heiliger Donner, Ketten der Ehre

 

5. formaler Aspekt
Ebenso besteht das Spiel aus fünft Akten wie eben das griechische Drama auch.
Daher möchte ich gerne das Gerüst des griechischen Drama für meine Erzählstruktur heranziehen und so die Handlung vorantreiben.

Aufbau des griechischen Dramas

Kompositionsmodell des griechischen Dramas
nach Gustav Freytag

Quelle: www.techsam.de


 

1. Akt (Diablo) – Lager der Jägerinnen

In der Poetik des Aristoteles
Der 1. Akt enthält die Exposition. Der Zuschauer wird in die zeitlichen und örtlichen Verhältnisse eingeführt, er lernt die Vorgeschichte und die für die Handlung wesentlichen Personen kennen. Ebenso wird seine Aufmerksamkeit wird auf den Keim des Konfliktes und der Spannung gelenkt.

 

2. Akt (Diablo) – Die Wüstenstadt Lut Gholein

In der Poetik des Aristoteles
Im 2. Akt erfolgt das erregende Moment, die Schürzung des Knotens. Die Handlungsfäden werden verknüpft und verschlungen: Interessen stoßen aufeinander, Intrigen werden gesponnen, die Entwicklung des Geschehens beschleunigt sich in eine bestimmte Richtung, die Spannung auf den weiteren Verlauf der Handlung und auf das Ende (Finalspannung) steigt.

 

3. Akt (Diablo) – Die Docks von Kurast

In der Poetik des Aristoteles
Im 3. Akt erreicht die Entwicklung des Konfliktes ihren Höhepunkt, der Held steht in der entscheidenden Auseinandersetzung; der Umschlag, die dramatische Wende zu Sieg oder Niederlage, zu Absturz oder Erhöhung, Peripetie genannt, erfolgt.

 

4. Akt (Diablo) – Die Festung des Wahnsinns

In der Poetik des Aristoteles
Im 4. Akt fällt die Handlung auf das Ende zu (fallende Handlung). Dennoch wird die Spannung noch einmal gesteigert, indem die Entwicklung im so genannten retardierenden Moment verzögert wird. Der Held scheint doch noch gerettet zu werden (Tragödie), bzw. sein Sieg wird noch einmal in Frage gestellt (Schauspiel).

 

5. Akt (Diablo) – Die Barbarenfestung Harrogath

In der Poetik des Aristoteles
Der 5. Akt bringt dann die Lösung des Konfliktes, sei es durch die Katastrophe, den Untergang des Helden (Tragödie), sei es durch seinen Sieg und seine Verklärung (Schauspiel).