Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

15 
 November 
 
2017


 

Die Hand Gottes


 
Musik
Wolfgang Amadeus Mozart [1]Mozart: Don Giovanni: Ouvertüre (Auszug) – Quelle: www.archive.org

Widerstreit der Elemente

aus: „Die Metamorphosen“ [2]„Die Metamorphosen“ von Ovid


Diesen Zwist hat ein Gott und die höhere Ordnung geschieden:

 
Welt der Erscheinung

 


 


 

Welt der Ideen

require 'ostruct'
# OpenStructure - offener Datentyp

GOTT = OpenStruct.new
# 'GOTT' (Naturprinzip) als konstanter Variablentyp


# Funktionen
class Bildschirm
  
  def Bildschirm.leeren
	system ('clear')
  end

  def Bildschirm.zeige (zeichen)
    require 'pp'  # pretty print
    pp zeichen
  end
   
end


# Grundstruktur = Array [0..4] of { Hash }
#
# => [ {...} ],     -> Aspekt #0 / zentrale Idee
#    [ {...} ],		-> Aspekt #1 / Ausprägungen
#    [ {...} ],		-> Aspekt #2 / Ausprägungen
#    [ {...} ],		-> Aspekt #3 / Ausprägungen
#    [ {...} ]		-> Aspekt #4 / Ausprägungen

Aspekt = []   # leeres Datenfeld

aspekt_0 =
	{
	:Aspekt  => 0,
	:Element => 'Erde',
	:Farbe   => 'gelb',
	:Form    => 'Quader'
	}

aspekt_1 =
	{
	:Aspekt  => 1,
	:Element => 'Wasser',
	:Farbe   => 'blau',
	:Form    => 'irregulär'
	}
 
aspekt_2 =
	{
	:Aspekt  => 2,
	:Element => 'Feuer',
	:Farbe   => 'rot',
	:Form    => 'Pyramide'
	}
	
aspekt_3 =
	{
	:Aspekt  => 3,
	:Element => 'Holz',
	:Farbe   => 'grün',
	:Form    => 'Zylinder'
	}

aspekt_4 =
	{
	:Aspekt  => 4,
	:Element => 'Metall',
	:Farbe   => 'grau',
	:Form    => 'Kuppel'
	}

Aspekt.push( aspekt_0 )  # aspekte = [ +aspekt_0 ]
Aspekt.push( aspekt_1 )  # aspekte = [ +aspekt_1 ]
Aspekt.push( aspekt_2 )  # aspekte = [ +aspekt_2 ]
Aspekt.push( aspekt_3 )  # aspekte = [ +aspekt_3 ]
Aspekt.push( aspekt_4 )  # aspekte = [ +aspekt_4 ]

Bildschirm.leeren

#
# Gesamtdarstellung
#

Bildschirm.zeige Aspekt
# Inhalt des Datenfelds 'Aspekt'

#
# Abfragen
#

Bildschirm.zeige ( Aspekt[0] [:Farbe] )
# Farbe des Elements 'Erde'

Bildschirm.zeige ( Aspekt[1] [:Farbe] )
# Farbe des Elements 'Wasser'

Bildschirm.zeige ( Aspekt[2] [:Element] )
# Name des 2. Aspektes 

Bildschirm.zeige ( Aspekt[3] [:Form] )
# Form des Elements 'Holz'

Bildschirm.zeige ( Aspekt[4] [:Form] )
# Form des 4. Aspektes
[{:Aspekt=>0, :Element=>"Erde",   :Farbe=>"gelb", :Form=>"Quader"},
 {:Aspekt=>1, :Element=>"Wasser", :Farbe=>"blau", :Form=>"irregulär"},
 {:Aspekt=>2, :Element=>"Feuer",  :Farbe=>"rot",  :Form=>"Pyramide"},
 {:Aspekt=>3, :Element=>"Holz",   :Farbe=>"grün", :Form=>"Zylinder"},
 {:Aspekt=>4, :Element=>"Metall", :Farbe=>"grau", :Form=>"Kuppel"}]

"gelb"
"blau"
"Feuer"
"Zylinder"
"Kuppel"

Denn vom Himmel schnitt er die Lande, vom Lande die Wogen,
trennte das flüchtige Himmelblau vom trägen Gewölke.
Und sobald sie entfaltet, gelöst aus der sinnlosen Häufung
band er gesondert sie an ihre Orte in Eintracht und Frieden.

Feurige Macht in des Himmels leicht geschwungenem Bogen
leuchtete auf und wählte den Sitz im Scheitel der Rundung.
Luft ist eng dem Himmel verwandt an Leichte und Nähe.

Dichter als beide zog Erde sodann den gröberen Stoff an,
schwerbedrängt von der Eigenlast. Der flüssige Kreisstrom
nahm den Rand in Beschlag und umschlang das gegründete Weltrund.

Hieß dann sich breiten die Meere und schwellen mit reißenden Stürmen
ließ es die Küsten umströmen, von denen die Länder umschlossen;
gab noch die Quellen hinzu, die endlosen Seen und Teiche,

fesselte reißende Flüsse in steile Wände und Schlingen,
bis je nach Ort verschieden die einen die Erde selbst auftrinkt
während die andren das Meer erreichen, statt an enge Ufer
in die Weite nun frei sich verströmend an Küsten pulsieren.
Hieß auch die Felder sich dehnen, die Täler sich senken, die Wälder
grünen mit frischem Laub, die Felsengebirge sich heben.

Fußnoten   [ + ]

 
 
8 
 August 
 
2017


 

Caissa ist eine Nymphe, in die sich der Gott Ares [1]griechischer Gott des Krieges verliebt.
Als seine Liebe nicht erwidert wird, erfindet er das Schachspiel, um ihr Herz zu gewinnen.

Ares, der Gott des schrecklichen Krieges, des Blutbades und Massakers, möchte nicht durch grausame Schlachten Caissa beeindrucken, in der Frauen zu Witwen und Kinder zu Halbwaisen werden.

Er bevorzugt das Schachspiel als eine durchaus befriedete, aber dennoch heroische Veranschaulichung seines Kriegshandwerkes [2]eine Demonstration seiner Macht.

Das Selige [Feld]

Himmlischer Gnaden zuteil,
sandtest uns du damals, Mutter der Musen,
des Abakus‘ Geist im Spiel der Weisen herab,
dessen tiefes Geheimnis sich still dem
Forschenden möcht‘ offenbaren,
wenn er bedächtig das Führen stummer Figuren
auf vorgezeichneten Bahnen vollziehet,
wie auch das ewig waltende Schicksal daselbst
gestrengen Bahnen und Ordnungen folgt.

So beugt sich der Schöngeist nun auch im
Schach den Gesetzen höherer Ordnung:
 
 


Beschreitet Pfade geöffneter Linien,
einst ihm verschlossen,
nunmehr des eisernen Riegels befreit. [3]geöffnete Turmlinie


Was durch des Argen Hand in Besitz genommen,
wo Verwüstung gar drohte,
löst wie Nebel sich auf
und bescheret dem Schauernden
ein friedvolles Feld zur ewigen Rast. [4]unvertreibbarer Springer


Von Wolken verhangen gewahret kein Auge das Weite,
doch ihrer zerrissen
strahlet das Glück nun frei übers weite Gefild
und endiget erst im letzten Winkel der Welt. [5]Beherrschung der Raumdiagonalen durch einen Läufer


Der Fronten erstarrt,
beflügelt die nun gesprengte Blockade
den gehemmten Fuß zu vollenden den Lauf,
zu erlangen den siegreichen Lorbeer. [6]Schaffung eines Freibauern

Ehrwürd’ges Schachspiel,
dein Weltengebäu ist Sinnbild uns,
Erquickung und Mahnung zugleich,
spiegelt Triumph und Drangsal
des menschlichen Lebens
in vielfach wechselnder Weise!

Erzeig‘ uns den hohen Willen,
der in dir wohnt,
und lehre uns handeln
nach seinen Gesetzen!

→ zu Mnemosynes Geleit
Caissas Liebesgeschenke

Fußnoten   [ + ]

 
 
22 
 Mai 
 
2011


 

Himmlischer Gnaden zuteil,
sandtest uns du damals, Mutter der Musen, des Abakus‚ Geist im
Spiel der Weisen herab, dessen tiefes Geheimnis sich still dem
Forschenden will offenbaren, wenn er bedächtig das Führen
edler Figuren auf vorgezeichneten Bahnen vollziehet,
wie auch das ewig waltende Schicksal daselbst gestrengen
Bahnen und Ordnungen folgt.

So beugt sich der Spieler nun auch im
Schach den Gesetzen höherer Ordnung:

Beschreitet Pfade geöffneter Linien,
einst ihm verschlossen, nunmehr des eisernen Riegels befreit.

Was durch des Argen Hand in Besitz genommen, wo Verwüstung gar drohte,
löst wie Nebel sich auf und bescheret den Schauernden
mit friedvollem Feld zur ewigen Rast.

Von Wolken verhangen gewahret kein Auge das Weite, doch ihrer zerrissen
strahlet das Glück nun frei übers weite Gefild und
endiget erst im letzten Winkel der Welt.

Der Fronten erstarrt, beflügelt die nun gesprengte Blockade den gehemmten
Fuß zu vollenden den Lauf, zu erlangen den siegreichen Lorbeer.

*

Ehrwürd’ges Schachspiel, dein Weltengebäu ist Sinnbild uns,
Erquickung und Mahnung zugleich,
spiegelst Triumph und Drangsal des menschlichen Lebens in vielfach
wechselnder Weise. Erzeig‘ uns den hohen Willen, der in dir
wohnt und lehre uns handeln nach seinen Gesetzen!