Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

1 
 September 
 
2017


 


Die Titanentochter Mnemosyne


In Anlehnung an das neue, rotleuchtende Logo von YouTube habe ich nunmehr auch das rotschimmernde Logo-Juwel der Programmiersprache Ruby in die Schale von Mnemosyne geworfen. Ob dies allerdings ein großer Wurf ist, wird sich auf dem Prüfstand meiner noch leidigen Programmierpraxis zeigen.

Ruby ist für mich mehr als nur Schreiben von Programmcode.
Ruby ist für mich ein Werkzeug, um in einer vielgestalteten Welt die Ideen- und Gedankenfetzen in einer klarstrukturierten Sprache zu organisieren und dies meist in einer künstlerisch ästhetischen Form [1]Code is poetry.
Und gut geschriebener Programmcode ist verlässlich, kennt keine Ermüdungserscheinungen, keine konditionellen Einbrüche und ist gegen emotionale Schwankungen resistent, in einer bewundernswerten Robustheit.

Fußnoten[+]

 
 
4 
 August 
 
2017

abgelegt in
Mnemosynes Geleit | Vorwelt

 

Morpheus und Iris [1]Pierre Narcisse Guérin, 1811

 
Musik
Robert Schumann [2]Kinderszenen, Op. 15 – Nr. 7 – Quelle: www.archive.org
Des Traums holde Phantome

Ist denn die Wirklichkeit nicht erdacht,
schlicht ersponnen,
eine Dichtung unseres Geistes,
die aus dem Reiz trüber Sinne sich nährt
und in kühnen Deutungen die Welt uns erschließt?

Zweifelsfrei ist die Traumwelt,
die Heimstatt hehrer Ideen,
ersonnen,
eine Elegie der Phantasie
und wahrhaft stolzes Rankgewächs,
das als Zartspross
aus des Alltags Niederwuchs
munter sich enttrotzte
zu reiferer Blüte.

Beide Sphären,
die der Wirklichkeit
als auch des Traumes,
sind daher gleichen Ursprungs,
dem der Dichtung.

Und wie ein Geschwisterpaar
reichen Erscheinung und Traumbild
sich treu die Hände,
vereinigen sich wie zwei Flüsse es tun:
Rauschend’ Verlangen
mit strömendem Eifer hinstrebend
und einend still sich ergeben
sodann ins unendliche Meer
menschlicher Deutung.

Traumwelt IST daher Wirklichkeit,
eins ins eins vermengt.

Nahe dich ihnen,
des Traums holden Phantomen,
den treu dich Empfangenden!

Schließe ihr Bild
in den Busen still ein
und bilde getreu
nach ihren Gesetzen
das Irdische!
→ zu Mnemosynes Geleit
Vorwort

Fußnoten[+]

 
 
1 
 November 
 
2012


 

Gegenstände (Items) sind das gebündelte Auftreten von Eigenschaften (Elemente), somit Analogien der Ideen aus der Gedankenwelt.
Niemals können die (Betrachtungs-)Gegenstände (als Schatten) die wahren Ideen abbilden, vermögen aber diese silhouettenhaft zu umreißen.