Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

26 
 Mai 
 
2016

abgelegt in
Bibelstellen | Christentum

 

Gesprochen von Ben Becker

Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit. Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst. Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes. Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen. Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, daß er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen, und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren…

Offenbarung des Johannes: Kapitel 9; 11

Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. […]
Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, ja, komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!

Offenbarung des Johannes: Kapitel 22; 13ff.

 
 
24 
 Mai 
 
2016

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Lutz Görner lädt uns zu einer literarischen Reise ein

 

Klöpplerinnen (1:19)
Louise Otto-Peters (1819 – 1895)
Seht Ihr sie sitzen am Klöppelkissen
Die Wangen bleich und die Augen rot?
Sie mühen sich ab für einen Bissen,
Für einen Bissen schwarzes Brot!

Großmutter hat sich die Augen erblindet,
Sie wartet, bis sie der Tod befreit –
Im stillen Gebet sie die Hände windet:
Gott schütze uns in der schweren Zeit.

Die Kinder regen die kleinen Hände.
Die Klöppel fliegen hinab, hinauf.
Der Müh und Sorge kein Ende, kein Ende!
Das ist ihr künftiger Lebenslauf.

Die jungen Frauen, dass Gott sich erbarme,
Sie ahnen nimmer der Jugend Lust –
Das Elend schließt sie in seine Arme,
Der Mangel schmiegt sich an ihre Brust.

Seht Ihr sie sitzen am Klöppelkissen,
Seht Ihr die Spitzen, die sie gewebt:
Ihr Reichen, Großen – hat das Gewissen
Euch nie in der innersten Seele gebebt?

Ihr schwelgt und prasset, wo sie verderben,
Genießt das Leben in Saus und Braus,
Indessen sie vor Hunger sterben,
Gott dankend, dass die Qual nun aus!

Seht Ihr sie sitzen am Klöppelkissen?
Und fühlt kein Erbarmen in solcher Zeit?
Dann werde Euer Sterbekissen
Der Armut Fluch und all ihr Leid!

Nachtphantasien (3:36)
Louise Aston (1814 – 1871)
Ich liebe die Nacht! Ich liebe die Nacht!
Doch nicht die einsame, trübe!
Nein, die aus seligen Augen lacht,
In flammender Pracht, in Zaubermacht,
Die heilige Nacht der Liebe.

Es mahne der Tod mich, der finstere bleiche,
An das Leben, das lichte, das reiche,
An den heiteren Genius der Welt!
Drum hab ich ein knöchern Beingerippe
Mit Kruzifix und drohender Hippe
In meinem Zimmer aufgestellt.

Fest schau ich es an bei Mondenscheine,
Wenn ich in verzweifeltem Schmerze weine.
Ein kämpfendes Kind der kämpfenden Zeit!
Dann tauml ich empor in wildem Entzücken,
Das Leben noch einmal ans Herz zu drücken,
Bevor es vernichtendem Tode geweiht!

Ja, kühlen in frischen Lebensfluten
Will ich der lodernden Seele Gluten!
Ich will, vor Sünde und Kreuz bewahrt,
Stark durch des eigenen Geistes Ringen,
Mich aus Fesseln und Banden schwingen
Auf zu begeisterter Himmelfahrt!

Farbenwechsel (5:50)
Kathinka Zitz (1801 – 1877)
»Warum nur gehst du immer grau gekleidet?«
So sprach der Freund zu einer ernsten Frau.
»Mein Aug sich gern an bunten Farben weidet,
Du aber gehst so lange schon in Grau.«

»Mein treuer Freund, dir will ich wohl es sagen.
Die graue Stimmung herrscht mir im Gemüt,
Und keine bunten Farben kann ich tragen,
Seit mir des Lebens Baum hat abgeblüht.

Das Kind trug Weiß – Der Unschuld Engelfarbe
Umhüllte es so duftig, hell und klar.
Und aus der Ähren aufgehäufter Garbe
Zog es sich Blumen für sein Lockenhaar.

Dann kam die Zeit der aufgewachten Triebe,
Die in dem Lenz des Lebens feurig glühn.
Ich ging im Kleid der rosenroten Liebe
Und in der Hoffnung heilig-schönem Grün.

Dann kam ein Tag, der brachte die Gewänder
Der wilden feuerfarbnen Leidenschaft,
Die mich umschloss mit ihren Glutenbändern,
Mir aufgezehrt des Geistes rege Kraft.

Die Gattin ging einher im blauen Kleide
Der ewig duldenden Ergebenheit.
Und später trug ich violette Seide.
Die Farbe, die dem edlen Zorn geweiht.

Dann sah ich Jahre auf mich niederschweben
Wie Rabenzüge mit dem Unglücks-Flug,
In welchen ich um ein verfehltes Leben.
Das dunkle Schwarz der tiefen Trauer trug.

Allmählich trug ich Braun – Denn die Bestrebung
Des Selbstbewusstseins lichtete den Sinn.
Die braune Farbe deutet auf Ergebung
In ein Geschick, an dem ich schuldlos bin.

Jetzt ist das Grau die Farbe meiner Tage.
Das Sinnbild einer blassen Dämmerzeit,
In der gestorben ist die Freude wie die Klage.
Die graue Farbe zeigt Gleichglültigkeit.«

 
 
7 
 Februar 
 
2016

abgelegt in
Lebensart & mehr | Zitate

 

Wenn ein Kind kritisiert wird, lernt es, zu verurteilen.
Wenn ein Kind angefeindet wird, lernt es, zu kämpfen.
Wenn ein Kind verspottet wird, lernt es, schüchtern zu sein.
Wenn ein Kind beschämt wird, lernt es, sich schuldig zu fühlen.
Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird, lernt es, geduldig zu sein.
Wenn ein Kind ermutigt wird, lernt es, sich selbst zu vertrauen.
Wenn ein Kind gelobt wird, lernt es, sich selbst zu schätzen.
Wenn ein Kind gerecht behandelt wird, lernt es, gerecht zu sein.
Wenn ein Kind geborgen lebt, lernt es, zu vertrauen.
Wenn ein Kind anerkannt wird, lernt es, sich selbst zu mögen.
Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird,
lernt es, in der Welt Liebe zu finden.

Text aus einer tibetischen Schule

 
 
9 
 Mai 
 
2015


 

 
Lutz Görner lädt uns zu einer literarischen Reise ein
 

Gedichte eines Lebendigen (Band 1) – Das Lied vom Hasse (1:44)
Georg Herwegh (1817 – 1875)
Bekämpft sie ohne Unterlass,
Die Tyrannei auf Erden.
Und heiliger wird unser Hass
Als unsre Liebe werden.

Bis unsre Hand in Asche stirbt,
Soll sie vom Schwert nicht lassen.
Wir haben lang genug geliebt
Und wollen endlich hassen!

Aufruf (2:49)
Georg Herwegh (1817 – 1875)
Reißt die Kreuze aus der Erden!
Alle sollen Schwerter werden!
Gott im Himmel wirds verzeihn.
Lasst, o lasst das Verseschweißen!
Auf den Amboss legt das Eisen!
Heiland soll das Eisen sein.

Gott im Himmel wirds verzeihn.
Gen Tyrannen und Philister!
Auch das Schwert hat seine Priester,
Und wir wollen Priester sein!
Reißt die Kreuze aus der Erden!
Alle sollen Schwerter werden!

Aus der Schweiz (3:43)
Georg Herwegh (1817 – 1875)
Ich habe nun ein freies Land gefunden.
Doch nirgends sind auf Rosen wir gebettet,
Und ist mein Leib nicht eben angekettet,
Bleibt ewig mir die Seele doch ans Vaterland gebunden.
Gedichte eines Lebendigen (Band 1) – Leicht Gepäck (4:21)
Georg Herwegh (1817 – 1875)
Ich bin ein freier Mann und singe
Mich wohl in keines Fürsten Gunst.
Und alles, was ich mir erringe,
Ist Gottes lieber Himmelsdunst.

Ich habe keine stolze Feste,
Von der man Länder übersieht.
Ich wohn als Vogel nur im Neste.
Mein ganzer Reichtum ist mein Lied.

Gedichte eines Lebendigen (Band 1) – Wer ist frei? (5:01)
Georg Herwegh (1817 – 1875)
Der ist allein ein freier Mann,
Und seiner sei gedacht,
Der sie sich selbst verdienen kann,
Die Freiheit in der Schlacht.
An den König von Preußen (6:13)
Georg Herwegh (1817 – 1875)
Einst hat Graf Platen es gewagt,
Mit seinem Lied, als du noch Kronprinz warst,
Vor dich zu treten.
Du weißt noch, wie er unverzagt
Die Tyrannei bei dir verklagt
Und dich um deinen Schutz gebeten.
Um Schutz für jenes Polenland,
Das blutend vor dem Himmel stand
Und keine, keine Hilfe fand
Als die Verzweiflung des Poeten.

Lebt Platen noch, er würde heut
Dich aus dem süßen Schlummer stören.
Obwohl die Welt dir Weihrauch streut
Und jeden Siegerkranz dir beut,
Sein stolzes Haupt würd sich empören.
Er spräch dem falschen Jubel Hohn
Und nahte zornig deinem Thron.
Tot ist dein Vater. Du, der Sohn,
Der mächtig ist, du solltest auf ihn hören.

Doch Platen schläft am fernen Meer,
Und Polen ist durch uns verloren.
In Ehrfurcht tret ich zu dir her.
Wirf nach dem Dichter nicht den Speer,
Weil eine Hütte ihn geboren.
Weil er vor dir, dem Fürst, den Mut
Zu flehn hat für dein eigen Gut,
Zu flehen für dein eigen Blut,
Fürs deutsche Volk, dem du geschworen!

Das ratlos auseinander irrt,
Mein Volk soll dir entgegenflammen.
Steh auf und sprich: »Ich bin der Hirt,
Der eine Hirt, der eine Wirt,
Und Herz und Haupt, sie sind beisammen!«

 
 
13 
 Juli 
 
2014

abgelegt in
Hymnen | Musik

 

 
1.
Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!
Heil, Kaiser, dir!
Fühl in des Thrones Glanz
die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil Kaiser, dir!

2.
Nicht Ross und Reisige
sichern die steile Höh,
wo Fürsten stehn:
Liebe des Vaterlands,
Liebe des freien Manns
gründet den Herrscherthron
wie Fels im Meer.

3.
Heilige Flamme, glüh,
glüh und erlösche nie
fürs Vaterland!
Wir alle stehen dann
mutig für einen Mann,
kämpfen und bluten gern
für Thron und Reich!

4.
Handlung und Wissenschaft
hebe mit Mut und Kraft
ihr Haupt empor!
Krieger- und Heldenthat
finde ihr Lorbeerblatt
treu aufgehoben dort
an deinem Thron!

5.
Sei, Kaiser Wilhelm, hier
lang deines Volkes Zier,
der Menschheit Stolz!
Fühl in des Thrones Glanz,
die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil, Kaiser, dir!

 
 
11 
 Oktober 
 
2013

abgelegt in
Gedankenschau | Indiepop | Musik

 

Dumpf braust von altersher des Schulauftakts donnernder Woge
Urmächtig tönte indes Sphärengesang mir herab.

Let me go
I don’t wanna be your hero
I don’t wanna be a big man
Just wanna fight with everyone else

Your masquerade
I don’t wanna be a part of your parade
Everyone deserves a chance to
Walk with everyone else

While holding down
A job to keep my girl around
And maybe buy me some new strings
And her and I out on the weekends

And we can whisper things
Secrets from my american dreams
Baby needs some protection
But I’m a kid like everyone else

So let me go
I don’t wanna be your hero
I don’t wanna be a big man
Just wanna fight like everyone else

Ooooohh