Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

14 
 Juni 
 
2017


 

Labrys der Alkippe [1]Der Treue Spiegelbild

 
Musik
Robert Schumann [2]Kinderszenen Op. 15

Hippolytes Schlummersang [3]Hippolytes ist die Königin der Amazonen
… der sterbenden Alkippe

Noch wahrt [4]birgt / flammt das Antlitz geschmeidigen Sinn,
umsäumen der wallenden Locken samtiges Band,
der Wangen Linienschwung den feinen [5]zarten Schliff,
des schmucken Perlmutthalses schlanken Schaft.

Und mit der Lippe letzter Glut
prägt sie der Stirne Klingenblatt
mit reiner Flamme Zartgravur.
→ zu Mnemosynes Geleit
Hephaistos‘ Kunstschmiede

Fußnoten   [ + ]

 
 
20 
 Dezember 
 
2015

abgelegt in
Christentum | Lieder | Musik

 

 

Was mir oft fehlt an diesen Auftritten ist:

  • keuscher Dresscode (keine Miniröcke!!!) im Heiligtum der Anbetung, was sich nicht unbedingt in diesem Konzert, aber durchaus in anderen tendenziell abzeichnet
  • konkrete Handlungsansweisungen: was ist heilig, wie kann ich „Heiligkeit“ in unsere Tage transportieren? Was bedeutet demnach „ehren“, „König in meinem Leben“, „Gnadenthron“ konkret? Fragen über Fragen an einen Hier-und-Jetzt-Lebenden, die mir nur das allwalltende Schicksal beantworten kann… Ich könnte mir auch ein Bach-Konzert anhören und wäre hinterher der gleiche, der ich vorher war. Es fehlt an Konkretisierung, an Umsetzungen 2000 Jahre später… Schade eigentlich…

„Man kann es auch übertreiben mit der Prüderie! Sie ist ja nicht nackt oder so.“

Es geht um Schlüsselreize, sei es bewußt inszeniert, subtil angelegt oder auch unbewußt übernommen. Schlüsselreize sind HART VERSCHALTET und daher ein potentieller Ablenkungsfaktor, der bei wahrer Anbetung vermieden werden sollte. Und es geht vor allem … auch anders:

Gregorio AllegriMiserere mei, Deus (Psalm 51)
Übersetzung: Latein – Deutsch

Ja, ich weiß, Messen sind Bestandteil katholischer Liturgie, aber der Hl. Geist ließ sich in seinem Wirken noch nie von Konventionen/Konfessionen beeindrucken. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen…

Es darf ja wohl nicht wahr sein! Da haben junge Menschen Spaß und Freude am kollektiven Stimmungstaumel und kosten es aus, und da kommt ein Prüderitis-Verklemmtheits-Vertreter angedackelt und stellt absurde Forderungen, um alles nach seinem kindischen, zurück gebliebenen, absonderlich zwanghaften Schmalspurdenken kaputt zu deformieren. Verkorkster Religionswahn gegen Lebensfreude. Unverschämt und als Bevormundungsversuch widerlich.

Ich glaube an den historischen Jesus von Nazareth mit seiner Lebensbejahung zu einem liebenden Vater, seiner Hingabe, dem Heil auf dieser Welt bereits, seinem EVANGELIUM (Thomas-Evangelium).
Nicht glaube ich an den paulinisch instrumentalisierten, verfälschten Jesus Christus, mit seiner fortgesetzten Strafpredigt des ATs, seiner Lebensverneinung, der von den Urchristen bereits nicht gekannten Hölle, dem DYSANGELIUM.
Elendes Monotheistenpack, elende Priestertyrannei.
Gott wird in seiner Allmacht diesem Treiben nicht länger zusehen.
Das Christentum ist nur ein Intermezzo und kann dem Rauschen wahrer Allmachtschöre nicht standhalten können. Das erste Lebensdrittel hat mir die Kirche bereits genommen, die letzten 2 Drittel gehören Gott.

Nicht die Liebe zu Gott bestimmt das Christentum, sondern die Angst vor der Hölle, ist die eigentliche Triebfeder.

 
 
14 
 April 
 
2012

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Lutz Görner lädt uns zu einer literarischen Reise ein

Tausend Dank an Lutz Görner für die Einstellung auf YouTube!
Eventuelle Kommentare zum Video-Clip bitte direkt auf YouTube!

 

 
An die Parzen (0:13)
Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen,
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir!
Dass williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättiget, dann mir sterbe.

Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht.
Doch ist mir einst das Heilige, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,

Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinabgeleitet. Einmal
Lebt ich wie Götter, und mehr bedarfs nicht.

 

 
Die Eichbäume (1:47)
Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

Aus den Gärten komm ich zu euch, ihr Söhne des Berges!
In den Gärten, da lebt die Natur geduldig und häuslich,
Pflegend und wiedergepflegt, mit den fleißigen Menschen zusammen.
Aber ihr, ihr Herrlichen! steht, wie ein Volk von Titanen
In der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel,
Der euch nährt und erzog, und der Erde, die euch geboren.
Keiner von euch ist noch in die Schule der Menschen gegangen.
Und ihr drängt euch fröhlich und frei aus der kräftigen Wurzel
Untereinander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,
Mit gewaltigem Arme den Raum, und gegen die Wolken
Ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.
Eine Welt ist jeder von euch, wie die Sterne des Himmels
Lebt ihr, jeder ein Gott, in freiem Bunde zusammen.
Könnt ich die Knechtschaft erdulden, ich beneidete nimmer
Diesen Wald und schmiegte mich gern ans gesellige Leben.
Fesselte nur nicht mehr ans gesellige Leben das Herz mich,
Das von Liebe nicht lässt, wie gern würd ich unter euch wohnen!

 

 
Diotima (4:33)
Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

Lange tot und tief verschlossen,
Grüßt mein Herz die schöne Welt.
Seine Zweige blühn und sprossen,
Neu von Lebenskraft geschwellt.
O! ich kehre noch ins Leben!
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dürren Hülse bricht.

Wie so anders ists geworden!
Alles, was ich hasst und mied,
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied.
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage,
Seit ich diese Eine fand.

Diotima! Selig Wesen!
Herrliche, durch die mein Geist,
Von des Lebens Angst genesen,
Götterjugend sich verheißt!
Unser Himmel wird bestehen.
Unergründlich sich verwandt,
Hat sich, eh wir uns gesehen,
Unser Innerstes gekannt.

Da wo keine Macht auf Erden,
Keines Gottes Wink uns trennt,
Wo wir Eins und Alles werden,
Da ist unser Element.
Wo wir Not und Zeit vergessen
Und den kärglichen Gewinn
Nimmer mit der Spanne messen,
Da, da sag ich, dass ich bin.

 

 
Hyperions Schicksalslied (6:37)
Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.

Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen.
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahrlang ins Ungewisse hinab.

 

 
Hälfte des Lebens (8:45)
Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See.
Ihr holden Schwäne!
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.