| 27 Januar 2026 |
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Winterreise
– Der Wegweiser –
Was vermeid‘ ich denn die Wege,
Wo die ander’n Wand’rer geh’n,
Suche mir versteckte Stege,
Durch verschneite Felsenhöh’n ?
Habe ja doch nichts begangen,
Daß ich Menschen sollte scheu’n, –
Welch ein törichtes Verlangen
Treibt mich in die Wüstenei’n ?
Weiser stehen auf den Straßen,
Weisen auf die Städte zu.
Und ich wandre sonder Maßen
Ohne Ruh‘ und suche Ruh‘.
Einen Weiser seh‘ ich stehen
Unverrückt vor meinem Blick;
Eine Straße muß ich gehen,
Die noch keiner ging zurück.
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Autor: Wilhelm Müller
Komponist: Franz Schubert
Tenor: Peter Anders
Klavier: Michael Raucheisen
Aufnahme von 1945
Download:
https://archive.org/details/PeterAndersWinterreiseD911Schubert1945_201802
| 13 Januar 2026 |
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Der Lindenbaum
Am Brunnen vor dem Thore
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt’ in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort.
Ich mußt’ auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab’ ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.
Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst Du Deine Ruh’!
Die kalten Winde bliesen
Mir grad’ in’s Angesicht;
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör’ ich’s rauschen:
Du fändest Ruhe dort!
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Foto (Hintergrund): Park an der Ilm
Autor: Wilhelm Müller
Komponist: Franz Schubert (Winterreise, D. 911: No. 5)
Bariton: Wolfgang Holzmair
Klavier: Imogen Cooper
Download: https://archive.org/details/lindenb-holzmair
Aufnahme: Großer Saal im Mozarteum, Salzburg, November 1994
| 11 Januar 2026 |
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Gute Nacht
1.
Fremd bin ich eingezogen,
Fremd zieh’ ich wieder aus.
Der Mai war mir gewogen
Mit manchem Blumenstrauß.
Das Mädchen sprach von Liebe,
Die Mutter gar von Eh’ –
Nun ist die Welt so trübe,
Der Weg gehüllt in Schnee.
2.
Ich kann zu meiner Reisen
Nicht wählen mit der Zeit:
Muß selbst den Weg mir weisen
In dieser Dunkelheit.
Es zieht ein Mondenschatten
Als mein Gefährte mit,
Und auf den weißen Matten
Such’ ich des Wildes Tritt.
3.
Was soll ich länger weilen,
Dass man mich trieb’ hinaus?
Laß irre Hunde heulen
Vor ihres Herren Haus!
Die Liebe liebt das Wandern,
Gott hat sie so gemacht –
Von einem zu dem andern –
Fein Liebchen, gute Nacht.
4.
Will dich im Traum nicht stören,
Wär’ schad’ um deine Ruh’,
Sollst meinen Tritt nicht hören –
Sacht, sacht die Türe zu!
Schreib’ im Vorübergehen
An’s Tor dir gute Nacht,
Damit du mögest sehen,
An dich hab’ ich gedacht.
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Download:
https://archive.org/details/gute-nacht-holzmair
Autor: Wilhelm Müller
Komponist: Franz Schubert
Bariton: Wolfgang Holzmair
Klavier: Imogen Cooper
Aufnahme: Großer Saal im Mozarteum, Salzburg, November 1994
| 17 November 2016 |
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Meine Einstiegsdroge „Klassik“ mit lebenslangen Folgeschäden: Kontaktstörungen und Tendenz zur Selbstisolation.
Wobei aus heutiger Sicht die Begriffe „Kontaktstörungen“ und „Selbstisolation“, beide auf der tierweltorientierten Bindungstheorie fußend, für mich unhaltbar sind, zerschellen sie doch am massiven Gedankengebäude der grundsoligen Stoa.
Es gibt keine wirklichen Bindungsängste und der Wunsch nach sozialem Rückzug ist ebenso kein krankhafter Zug eines realitätsverneinenden Wesens, sondern eine natürliche, wenn nicht sogar gesündeste [1]nicht von Sünde kommend Antwort auf eine ständig sich ändernde Welt mit ihren fragilen Bezugssystemen.
So lehrt es die Stoa, strebt sie doch selbst nach verlässlichen Lebensankern in einem (S-/s-)elbst und verspricht dauerhaftes Glück.
Fußnoten
| 27 Dezember 2007 |
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Mal was Außerliterarisches:
Nette Location, coole Ahnengalerie, schmachtender Sound:
ein Franz-Schubert-Phantast in seinem Reich des liebsäuselnden Klanges (Piano Sonata D. 960).
Das ursprüngliche Video wurde leider vom Benutzer entfernt, welches in einer Festhalle aufgenommen wurde.
























