Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

28 
 Februar 
 
2019

abgelegt in
Gedankenschau

 

Trotzdem sollte man bei all seinen Aussagen auch adressatenorientiert jene Wörter wählen, die im Wissens- und Verstehenskontext seines sprachlichen Gegenübers liegen.

Zu einem Dichterkollegen würde ich den schiller’schen oder hesse’schen Ausdruck „Weib“ wählen, was keine Beleidigung ist und durchaus sinnliche Aspekte zum Ausdruck bringen kann. Bei einem literarisch weniger Interessierten würde ich den Ausdruck „Frau“ wählen, politisch korrekt(er).

Bei Kindern wählt man ja auch eine andere Sprache und passt diese der Verstehensleistung der Kinder an.
Missverständnisse liegen also auch in der (Eigen-)Verantwortung des Redners.

 
 
31 
 Mai 
 
2016


 

Weder der Götter Rachegesuch noch der Titanen Unmut ist zuweilen schmerzlicher als der Menschen Missverständnisse.

Die bevorzugte Spielwiese – oder soll ich sagen: Abenteuerspielplatz? – jener Missdeutungen ist mit zunehmender Etablierung das Internet: eine Gedankenbörse waghalsiger spekulativer Annahmen schlechthin.
Möge der digitalen Kommunikation quantitativ eine größere Informationsbandbreite eigen sein, hinsichtlich qualitativ eindeutiger und damit authentisch verwertbarer Signale ist sie der analogen weit unterlegen.

Der nüchterne AUSDRUCK „Flachbildschirm“ ist durchaus symptomatisch für die mangelnde emotionale Tiefenwirkung.

Der blanke Letter auf totem Schirm
belebet jeglich Illusion,
nährt Blütenträume gleichwie Schauerbilder.

Nur der holden Stimme untrügliches Licht
im Bündel trauter Gebärden
stiftet wissendes Heil.

Das menschliche Antlitz im Mimikspiel, die sprechbegleitenden sanft bewegungsfreudigen Gebärden, der linde Hauch subtiler Satzmelodie, all jenes scheint im Internetgewoge von einem (Mehr-/Meer-)Rauschen überlagert und kann nicht ver-mitteln, kann nicht Medium wahrer Absichten sein.
Die wilde, zuweilen aufpeitschende Gischt an der breiten Oberfläche kann den „goldenen Becher“ tiefgründiger BewegGRÜNDE (siehe auch: „Der Taucher“ (Youtube-Link) von Friedrich Schiller) nicht ans Tageslicht der Wahrheit fördern.

Trotz allem sollte dem Internet ein Herrschaftsbereich eingeräumt werden: das Reich der blanken Zahlen (Terminvereinbarungen, Überweisungen, historische Daten, … ).
Für In-halte (Meinungspositionen, (Lebens-)Konzepte) indessen ist das Internet un-tragbar.
Inhalte sollten in einem persönlichen Gespräch ausgetauscht werden.

 
 
4 
 Juni 
 
2015

abgelegt in
Bliss | Gedankenschau | Plansprachen

 

 

Bliss-Symbole sind eine von Charles K. Bliss in ihren Grundzügen in den 1940er Jahren entwickelte Pasigrafie, eine Sammlung von piktografischen und ideografischen Zeichen. Jedes Zeichen steht für einen Begriff, und mehrere Symbole können kombiniert werden, um Sätze zu bilden oder Ideen auszudrücken.

Quelle: Wikipedia

 
Eine kleine Übersicht der Bliss-Symbole gibt Einblick über den logischen Aufbau dieser Sprache.
Bliss-Symbole