| 20 Dezember 2015 |
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He shall feed his flock
aus: „Der Messias“
von Georg Friedrich Händel
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He shall feed His flock like a shepherd and He shall gather the lambs with His arm and carry them in his bosom, and gently lead those that are with young. Come unto Him Take His yoke |
Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; und er wird sammeln die Lämmer in seinen Arm und sie tragen an seinem Busen. und sanft führen, diejenigen, die Junge haben. Kommt her zu ihm, Nehmt sein Joch |
| 17 Juli 2012 |
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| DICHTUNG | Ingeborg Bachmann | |
| LESUNG | Fritz Stavenhagen | |
| BEREITSTELLUNG | wortlover |
Großer Bär, komm herab zottige Nacht,
Wolkenpelztier mit den alten Augen,
Sternenaugen,
durch das Dickicht brechen schimmernd
deine Pfoten mit den Krallen,
Sternenkrallen,
wachsam halten wir die Herden,
doch gebannt von dir, und mißtrauen
deinen müden Flanken und den scharfen
halbentblößten Zähnen,
alter Bär.
Ein Zapfen: eure Welt.
Ihr: die Schuppen dran.
Ich treib sie roll sie
von den Tannen im Anfang
zu den Tannen am Ende,
schnaub sie an, prüf sie im Maul
und pack zu mit den Tatzen.
Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!
Zahlt in den Klingelbeutel und gebt
dem blinden Mann ein gutes Wort,
daß er den Bären an der Leine hält.
Und würzt die Lämmer gut.
s‘ könnt sein, daß dieser Bär
sich losreißt nicht mehr droht
und alle Zapfen jagt, die von den Tannen
gefallen sind, den großen, geflügelten,
die aus dem Paradiese stürzten.
| 11 April 2012 |
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| DICHTUNG | Else Lasker-Schüler | |
| LESUNG | Elke Heidenreich | |
| BEREITSTELLUNG | wortlover |
Seit du nicht da bist,
Ist die Stadt dunkel.
Ich sammle die Schatten
Der Palmen auf,
Darunter du wandeltest.
Immer muss ich eine Melodie summen,
Die hängt lächelnd an den Ästen.
Du liebst mich wieder –
Wem soll ich mein Entzücken sagen?
Einer Waise oder einem Hochzeitler,
Der im Widerhall das Glück hört.
Ich weiß immer,
Wann du an mich denkst –
Dann wird mein Herz ein Kind
Und schreit.
An jedem Tor der Straße
Verweile ich und träume;
Ich helfe der Sonne deine Schönheit malen
An allen Wänden der Häuser.
Aber ich magere
An deinem Bilde.
Um schlanke Säulen schlinge ich mich
Bis sie schwanken.
Überall steht Wildedel,
Die Blüten unseres Blutes.
Wir tauchen in heilige Moose,
Die aus der Wolle goldener Lämmer sind.
Wenn doch ein Tiger
Seinen Leib streckte
Über die Ferne, die uns trennt,
Wie zu einem nahen Stern.
Auf meinem Angesicht
Liegt früh dein Hauch.
| 31 März 2012 |
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Ich sehe oft um Mitternacht,
Wenn ich mein Werk getan,
Und niemand mehr im Hause wacht
Die Stern am Himmel an.
Sie gehn da, hin und her zerstreut,
Als Lämmer auf der Flur,
In Rudeln auch, und aufgereiht
Wie Perlen an der Schnur!
Und funkeln alle weit und breit
Und funkeln rein und schön.
Ich seh die große Herrlichkeit,
Und kann mich satt nicht sehn.
Dann saget unterm Himmelszelt
Mein Herz mir in der Brust:
Es gibt was bessers in der Welt
Als all ihr Schmerz und Lust.
Ich werf mich auf mein Lager hin,
Und liege lange wach.
Und suche es in meinem Sinn.
Und sehne mich danach.


























