Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

13 
 April 
 
2019


 

Die Bergnymphe Noris

 

MUSIK
Wandrers Nachtlied [1] Aus dem Film: Operation Walküre — Das Stauffenberg Attentat (2008)Das Lied wurde von Johann Wolfgang von Goethes „Wandrers Nachtlied“ aus dem Jahr 1776 adaptiert. In der im Film verwendeten Version wurde es von John Ottman und Lior Rosner geschrieben und vom Rundfunkchor Berlin gespielt. Als Mezzosopranistin fungierte Sylke Schwab, Dirigent war Günter Joseck. Das Bild zeigt Johann Wolfgang von Goethe auf dem sogenannten Kickelhahn bei Ilmenau um 1831, in seinem letzten ...weiter lesen

   Abendschau [2]Goethes Abendschau auf dem Kickelhahn

Blickeumsonnt
und vom milden Licht
reiner Verehrung beflossen,
wallet dein golden belaubtes Bergeshaupt auf.

Der Bewunderung Hauch
durchwebt deines Götterhains
buntwelken Garten,
trägt der Verehrung lindes Lied [3]der klaren/reinen Bäche Murmellied
zu des Hochaltars weihvoller Stirn,
wahrer Anmut Silberquell.

Freundlicher stäubt nun der Strom
auf glatter Wange Felsenlauf
und träuft von dorten
zu deines Mundes nieder’m Bette.

Ihr trauten, stillen Ufer
ihrer Lippen Wellensaum!
O kühlet nach des Tages Glut
auch meines Mundes Kelchesrand,
der nun in ihre Wasser taucht
und schöpfet mit Verlangen.

 

inu rizoma
unu rizoma sunema
kursadi
ulu rizome okulo
flui
 
inu rizoma
montema afekti
 
corpine
arbema colora venti
 
inu rizome fronto
akvofontemo
argenta
riveretema
kanti
 
inu rizome vango
rokemo
ebena
 
inu rizomu aperturo
aquofluemo
ebena
 
inu rizomu aperturo lipo
bordemo
kalma
 
ilu rizomu aperturo lipo
malvermeti
nori

 

 

→ zu Mnemosynes Geleit
Der Schreibgriffel des Blitzes

Fußnoten   [ + ]

 
 
31 
 Juli 
 
2017

Schlagwörter

0

 

Orpheus und Eurydike

 
Musik
Wolfgang Amadeus Mozart [1]Divertimento, KV 125c


[ Bemerkung zum Text ] [2] Ich distanziere mich explit zu Bezügen aus meinem privaten Umfeld, die rein zufällig wären und der Text darüberhinaus dem Jahre 2001(?) entstammt. Lediglich die Verortung im Gedichtezyklus „Mnemosynes Geleit“ war angedacht.
 
Der Götter zweierlei Wohnstätte

 
Eurydike
schmeichelnd
Lorbeerduftes Sängerhaupt,
wohl windet lieblich dir Apoll
in königskrönender Manier
grünzart schmückend den Siegeskranz.

Orpheus
zärtlich erwidernd
Gleichfalls jedoch streut Flora
blühend mit liebender Hand
ins untadlig Gemüte dir
knospenquell erstand’ne Blumenzier.

Oh schöne Seele,
vom taugenährten Lippensaum
träuft [3]rinnt dir liebschallend Göttertrank
als kristallner Perlenzauber.

Eurydike
geschmeichelt
Musenentsandter,
Beseelter auf irdischem Kreise,
wie mundet köstlich mir dein Wonnetrunk,
die holden Worte süßer Traube,
weil Bacchus‘ rege Winzerhand doch selbst
den Weinstock sorgend dir gepflanzt,
am Bergeshange des Olymp
in Ceres‘ fruchtbarestem Schoße
sanft mit mütterlicher Acht gesenkt,
wo sein goldnes Füllhorn Helios
sich lichtesschwemmend weit ergießt
und reinster Himmelsäther wolkt.

Orpheus
einstimmend
Wo freie Wurzeln
sprossend mit Lustempfinden schlagen,
munter ins Erdreich tief sich wagen,
wo heit’res Purzeln
von scharigen Blütenpollen
entlegene Pfade erspüren wollen,
labt munter sich des Haines Wild
im gleisen Dämmertaugefild’
am schilfbewachs’nen Weiher.

Dort, oh Kind der süßen Triebe,
entschwebet deinem Lotusmund
als zarter Morgenschleier
der wahren Schönheit Nebeldunst.

Eurydike
mit einem Lächeln belehrend
Drum, erhab’ne Denkerstirn,
verschmäh‘ das Zartgemüte [4]Herzensbildung nicht,
dem du auf sphärischem Geleis
im Geistesfluge kühn entschwebst!

Gleichwie der Huf des Pegasus‘
des Dichters brausen Geisterguss
entfesselnd aus dem Fels entlässt
und sprenget das steinerne Mieder,
so rauscht in Artemis‘ Garten
auch mir mein Wunderquell.

Orpheus
zuflüsternd
Fürwahr,
gemählich ziehen unser beider Ströme
durchs Paradies der einen Brust
und einen sich im Ozeane
ewiger Wonnestunden.
→ zu Mnemosynes Geleit
Morpheus‘ Schoß

Fußnoten   [ + ]

 
 
7 
 Dezember 
 
2016


 

Weit in nebelgrauer Ferne
Liegt mir das vergangne Glück,
Nur an einem schönen Sterne
Weilt mit Liebe noch der Blick.
Aber, wie des Sternes Pracht,
Ist es nur ein Schein der Nacht.

Deckte dir der lange Schlummer,
Dir der Tod die Augen zu,
Dich besäße doch mein Kummer,
Meinem Herzen lebtest du.
Aber ach! du lebst im Licht,
Meiner Liebe lebst du nicht.

Kann der Liebe süß Verlangen,
Emma, kann’s vergänglich sein?
Was dahin ist und vergangen,
Emma, kann’s die Liebe sein?
Ihrer Flamme Himmelsglut;
Stirbt sie wie ein irdisch Gut?

 

Dichtung Friedrich Schiller
Lesung Jürgen Goslar