Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

6 
 Mai 
 
2017


 

Zweisame und einsame Momente, freudvolle und leidvolle, Gleitflug und Sturzflug…
So würde ich mein bisheriges viertes Lebensjahrzehnt beschreiben.

Es wurden im Strudel (vielleicht auch entwicklungsbedingter) Turbulenzen, der Traditionsverhaftung und eigener Machtlosigkeit von mir viele Verletzungen ausgesprochen / Handlungen vollzogen, welche ich nicht mehr zurücknehmen kann und mir auch leid tun.

Es waren aber auch Jahre, die mir schöne Momente bescherten, Dimensionen menschlichen Fühlens, die ich bisher nicht kannte.

So wie mein drittes Lebensjahrzehnt meiner beruflichen Ausbildung galt, gilt es nun, bisherige Erfahrungen des jetzigen Jahrzehnts, die süßen und bitteren, zu einem bunten Strauß zu binden und in der Poesie Blumengefäß (siehe: Anthologie) am Duft jeder Erinnerungsblüte teilhaft zu werden.

DICHTUNG Erich Fried
LESUNG Katharina Thalbach
VIDEO Northern Lights
BEREITSTELLUNG LYRIK & MUSIK


 

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

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1 
 November 
 
2012


 

Gegenstände (Items) sind das gebündelte Auftreten von Eigenschaften (Elemente), somit Analogien der Ideen aus der Gedankenwelt.
Niemals können die (Betrachtungs-)Gegenstände (als Schatten) die wahren Ideen abbilden, vermögen aber diese silhouettenhaft zu umreißen.

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29 
 Dezember 
 
2011

abgelegt in
Gedankenschau

 

Einst stieß ich auf eine Internet-Seite mit rechtsextremistischen Verlautungen.
Den Begriff “Sprache” als ein durch die Kunst geläutertes Produkt möchte ich in diesem Zusammenhang vermeiden.
Was ich dort vermisste, waren echte deutsche Tugenden:
 

  • Den allversöhnlichen Idealismus von Friedrich Schiller (“Großes wirket ihr Streit, Größeres wirket ihr Bund!”)
     
  • Die deutsche Sprachreinheit im Sinne von Friedrich Hölderlin, der die Sprache nicht auf dem Altar des Nationalitätenwahns dahin schlachtete, sondern sie für erhabenere Zwecke heiligte.
     
  • Wahres germanisches Gedankengut hinsichtlich vegetarischer, ethisch korrekter Ernährungsweise (die Germanen waren Vegetarier) und eben nicht die kitschige Nachahmung eines Arier-Kultes.
     

Welches Deutschtum auf jener Seite auch propagiert wurde, weiß ich nicht.
Mir scheint eher, dass es unter Aufgabe wahrer deutscher Sittsamkeit für niedere Beweggründe instrumentalisiert wurde.

Insofern bin ich froh, Deutscher zu sein, dessen Wesen vor-nationalsozialistisch und vor-großpreußisch in Schiller, Hölderlin und Beethoven unverfälscht Beheimatung findet:

Sieg und Heil euch Göttern des Olymps,
Ihr nähret an Eurer Brust uns gesünder!

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