| 11 Dezember 2019 |
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Ich finde generell unsere Gesellschaft ZU REIZÜBERFLUTET, ZU GRELL und oft auch ZU LAUT, als wenn in einer Woche der Weltuntergang wäre und die Leute in aller Panik noch alle Dinge regeln müssten.
Die synästhetischen und hypersensiblen Fähigkeiten der jungen Frau können gar nicht in diesem Kontext zum Tragen kommen, genauso wie eine noch so bewegungsgeschickte Forelle an Land nicht schwimmen kann.
In der Jäger- und Sammlerzeit wäre sie allerdings entweder eine gefeierte Schamanin, die alle Kräuterfarben mit spirituellen Bedeutungsebenen aufzuzählen wüsste oder eine hochverehrte Jägerin, die jedes Niedertreten eines Grashalmes von einem Raubtier im Nu orten könnte.
Ich Stumpfeisen indes hätte mich entweder bereits im Jugendalter an einem Giftpilz zu Tode gefressen oder hätte spätestens den 3. Raubtierangriff nicht überlebt.
| 19 November 2017 |
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Wenn vierzig Winter einst dein Haupt umnachten
Und tief durchfurchen deiner Schönheit Feld,
Dann ist dein Jugendflor, wonach wir itzt so trachten,
Ein mürbes Kleid, das unbemerkt zerfällt.
Ein ödes Lob, ein allverzehrend Schmähn
Wär’s dann, dem Forscher nach den Reizen all,
Nach dem frühen Reichtum, zu gestehn
Er sei dahin mit deines Auges Fall.
Weit rühmlicher wies deine Schönheit sich,
Könnt’st du erwidern „dies mein schönes Kind
Tilgt meine Schuld, vertritt mein Alter mich,
Weil seine Reize Erben meiner sind“. –
Dies ist’s, wodurch ein Greis sich neu verjüngt
Und kaltem Blut die Wärme wiederbringt.
| 4 August 2017 |
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Morpheus und Iris [1]Pierre Narcisse Guérin, 1811
Musik
Robert Schumann [2]Kinderszenen, Op. 15 – Nr. 7 – Quelle: www.archive.org
Ist denn die Wirklichkeit nicht erdacht,
schlicht ersponnen,
eine Dichtung unseres Geistes,
die aus dem Reiz trüber Sinne sich nährt
und in kühnen Deutungen die Welt uns erschließt?
Zweifelsfrei ist die Traumwelt,
die Heimstatt hehrer Ideen,
ersonnen,
eine Elegie der Phantasie
und wahrhaft stolzes Rankgewächs,
das als Zartspross
aus des Alltags Niederwuchs
munter sich enttrotzte
zu reiferer Blüte.
Beide Sphären,
die der Wirklichkeit
als auch des Traumes,
sind daher gleichen Ursprungs,
dem der Dichtung.
Und wie ein Geschwisterpaar
reichen Erscheinung und Traumbild
sich treu die Hände,
vereinigen sich wie zwei Flüsse es tun:
Rauschend’ Verlangen
mit strömendem Eifer hinstrebend
und einend still sich ergeben
sodann ins unendliche Meer
menschlicher Deutung.
Traumwelt IST daher Wirklichkeit,
eins ins eins vermengt.
Nahe dich ihnen,
des Traums holden Phantomen,
den treu dich Empfangenden!
Schließe ihr Bild
in den Busen still ein
und bilde getreu
nach ihren Gesetzen
das Irdische!
→ Vorwort
Fußnoten
| 8 November 2016 |
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Wenn Freizeit knapp(er) wird und geistige Zerstreuung der sonst überreizenden Außenwelt auf ein Minimum abgenötigt wird, gewinnt Wesentliches Raum.
Trainingswohnen ist daher auch ein Sich-Einüben („Training“) innerer Einkehr („geistige Wohnung“).
| 29 Juli 2016 |
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Was mit dem Upgrade auf Windows 10 schon längst geschehen, sollte endlich auch auf die antiken Gedächtnistechniken angewandt werden: Gedächtnisräume unter Anwendung der Strukturen der OOP (Objektorientierte Programmierung) qualitativ und differenziert erweitern, d.h. eine Befehlssatzerweiterung (Affix- und Suffixsystem aus der Plansprache „Esperanto“/“Ido“) für das neuronale Gedächtnis.
Körperregionen könnten als Speichersegmente dienen, sinnliche Reize als Methoden, …























