Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

6 
 Juli 
 
2019


 

Aktaion
beschaut die badende Artemis
[1]
 
MUSIK
Alessandro Marcello [2]Adagio in D-Moll

Die verschollene Fracht

Nacht deckt schon
der lichten Ufer Sonnesang.

Perläugig träumen die einsamen Sterne ihr Antlitz
in den schweigsamen See.

Nur ein silberner Streif mondscheuer Welle
flüstert entsunk’nes Geheimnis.

Schwankend treibet der Sinne Kahn nun dahin.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

Fußnoten   [ + ]

 
 
4 
 August 
 
2017

abgelegt in
Mnemosynes Geleit | Vorwelt

 

Morpheus und Iris [1]Pierre Narcisse Guérin, 1811

 
Musik
Robert Schumann [2]Kinderszenen, Op. 15 – Nr. 7 – Quelle: www.archive.org
Des Traums holde Phantome

Ist denn die Wirklichkeit nicht erdacht,
schlicht ersponnen,
eine Dichtung unseres Geistes,
die aus dem Reiz trüber Sinne sich nährt
und in kühnen Deutungen die Welt uns erschließt?

Zweifelsfrei ist die Traumwelt,
die Heimstatt hehrer Ideen,
ersonnen,
eine Elegie der Phantasie
und wahrhaft stolzes Rankgewächs,
das als Zartspross
aus des Alltags Niederwuchs
munter sich enttrotzte
zu reiferer Blüte.

Beide Sphären,
die der Wirklichkeit
als auch des Traumes,
sind daher gleichen Ursprungs,
dem der Dichtung.

Und wie ein Geschwisterpaar
reichen Erscheinung und Traumbild
sich treu die Hände,
vereinigen sich wie zwei Flüsse es tun:
Rauschend’ Verlangen
mit strömendem Eifer hinstrebend
und einend still sich ergeben
sodann ins unendliche Meer
menschlicher Deutung.

Traumwelt IST daher Wirklichkeit,
eins ins eins vermengt.

Nahe dich ihnen,
des Traums holden Phantomen,
den treu dich Empfangenden!

Schließe ihr Bild
in den Busen still ein
und bilde getreu
nach ihren Gesetzen
das Irdische!
→ zu Mnemosynes Geleit
Vorwort

Fußnoten   [ + ]

 
 
21 
 Juni 
 
2017


 

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