Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

23 
 September 
 
2026

abgelegt in
Die Stoa | Epiktet

 

Repräsentation der Tugenden des antiken stoischen Philosophen Epiktet:

Die Waffenrüstung des Stoikers

1. Helm der Urteilskraft
2. Schulterschutz der Pflichterfüllung
3. Brustpanzer der Standhaftigkeit
4. Gürtel der Maßhaltung
5. Beinschutz der Bescheidenheit
6. Stiefel der Ausdauer
7. Schwert der Entschlossenheit
8. Schild der inneren Freiheit
9. Amulett des Vertrauens
10. Ring der Verbundenheit

#epiktet #stoizismus #philosophie #stoa #waffen #rüstung #artefakte

 
 
1 
 Mai 
 
2018


 

Die Friedensgöttin Eirene
 
Musik
Frédéric Chopin [1]Prélude in E Minor Op. 28 No. 4

 
10. Juni 2017
 

Der Waffen gestreckt

Tochter der Freude,
neige hernieder dein Friedenshaupt,
wolkenzerteilend,
sende herab mir dein Himmelslicht! [2]Tochter der Himmel, oh walle herab mir dein Engelshaar! Sende herab mir dein Segens-/Himmelslicht!
Strahlenbekränzte, so neige hernieder das Friedenshaupt!


Schmückt auch Ares das Haupt seiner Helden efeuumwunden,
lieblich bekränzenden Ölzweigs krönst Eirene du mich!

Friede waltend, deiner Gnaden zuteil,
schweiget in mir der eherne Kriegsklang wilder Kohorten,
duldet nicht länger dumpfen Gewaltmarschs lärmender Rüstung!

Aus deiner Augen Füllhorn
ströme den wunden Malen
stilleren Trost.

Mit deiner Hände Zartschmelz
nehme entwaffnend geschmiedeten
Sinn nun dahin…


Aus den Selbstbetrachtungen
des Stoikers Marc Aurel

I. Buch

II. Buch

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III. Buch

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IV. Buch

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V. Buch

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VI. Buch

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VII. Buch

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VIII. Buch

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IX. Buch

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X. Buch

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XI. Buch

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XII. Buch

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→ zu Mnemosynes Geleit
→ Marc Aurels Selbstbetrachtungen

Fußnoten[+]

 
 
29 
 Dezember 
 
2016

Schlagwörter

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Epikur

  • Das Wesentliche im menschlichen Leben ist das Glück.
    Zum Glück gehört die Vermeidung von Schmerz und – positiv gewendet – die Lust.
    Die Lust ist daher Ursprung und Ziel des glücklichen Lebens.
  • Lust darf nicht im Sinne grobsinnlichen Vergnügens verstanden werden.
    Lust richtet sich vielmehr auf die feineren Entzückungen des Geistes: das Gespräch, das Anhören von Musik, das Betrachten von Kunstwerken und insbesondere auf das Philosophieren.
  • Die wahre Lust und das wahre Vergnügen bestehen in einem ruhigen Gleichmaß der Seele.
    Dies ist allerdings nur zu erreichen, wenn man die Leidenschaften zum Schweigen bringt: die Furcht, die Begierde und den Schmerz, all diesen Wirbelsturm der Seele.
    Gelingt diese Beschwichtigung, dann schwindet alle Aufruhr aus unserer Seele.
  • Die Hauptaufgabe in der Philosophie liegt daher in der Lebenspraxis.
    Leer ist die Rede eines Philosophen, die nicht irgendeine Leidenschaft heilt, die nicht Leidenschaften aus der Seele vertreibt.
    Ist das erreicht, dann stellt sich die eigentliche philosophische Haltung ein: die Unerschütterlichkeit des Geistes, die Windstille der Seele, die Meeresstille.
  • Die Ataraxie (griechisch ἀταραξία ataraxía „Unerschütterlichkeit“, auch Ataraxis, von a-tárachos „unerschütterlich“) ist die Bezeichnung der Epikureer und Pyrrhoneer für das Ideal der Seelenruhe. Sie bezeichnet als seelischen Zustand die Affekt­losigkeit und die emotionale Gelassenheit gegenüber Schicksalsschlägen und ähnlichen Außeneinwirkungen, die das Glück des Weisen, die Eudaimonie, gefährden [1]WikiPedia.
  • Die Philosophie vermag nun Arznei der Seele zu sein, indem sie aus dem Feld der Leidenschaften hinaustritt und sich auf die Ebene der Vernunft begibt. Damit verlässt sie aber den Bereich der Lust nicht. Im Gegenteil: Eben aus der Vernunft entspringt der Seele die höchste Lust.
    Man kann nicht lustvoll lieben, ohne zugleich vernünftig zu lieben und umgekehrt nicht vernünftig ohne lustvoll zu lieben.
  • Die Philosophie wird verstanden als Einsicht und als Lebenspraxis zum Gipfel des menschlichen Daseins.
    Allein das klare Denken verschafft uns ein freudevolles Leben, die Vernunft ist unser höchstes Gut.
    Ist alles überwunden, was dem Frieden der Seele stören könnte, dann lebt man in Selbstgenügsamkeit, in der glücklichen Freiheit des Geistes.
    Die schönste Frucht der Selbstgenügsamkeit ist die Freiheit.
    Diese gewinnt der Mensch aber nur in der Unabhängigkeit von seiner Umwelt.
    Der Wahlspruch der Epikureer lautet daher: „Liebe im Verborgenen!“
  • Die Götter, die Bestimmer von irdischen Katastrophen als auch von himmlischen Belohnungen, werden nicht verleugnet, aber an den Rand des menschlichen Daseins gedrängt und somit der Einflussnahme „unterbunden“

Zenon

  • Im Gegensatz zu Epikur ist nicht die Lust, sondern die Pflicht oberste Maxime.
  • Die sittliche Aufgabe des Menschen ist es, nicht eine allgemeine Tugend, sondern die in ihm als Individuum liegende besondere Idee des Menschen zu verwirklichen.
  • Der Mensch kommt übereinstimmend mit sich selbst, indem er übereinstimmend mit der Natur lebt.
    Die Selbstverwirklichung ist also keine Sache der subjektiven Willkür, sondern gebunden an ein Gesetz, die Natur im Menschen. Diese steht mit der großen Natur draußen im Einklang: Wer mit sich selbst übereinstimmend handelt und so die Natur in seinem Innern verwirklicht, der handelt zugleich in Übereinstimmung mit den umfassenden Gesetzen des Kosmos.
    Daraus entspringt das Interesse der Stoiker an der Erfassung der Natur. Es erwächst nicht aus reinem Wissensdrang, es dient vielmehr der Selbsterkenntnis des Menschen.
  • Es gibt ein mächtiges Naturprinzip, das viele Namen trägt: Feuer heißt es und Lebenshauch, aber auch Geist, Vernunft und Schicksal. Schließlich wird es als die Gottheit bezeichnet und mit dem obersten Gott identifiziert. Eins ist Gott und der Geist und das Schicksal und Zeus und es gibt noch viele andere Namen. Gott ist ein unsterbliches, mit Vernunft und Geist begabtes Lebewesen, vollkommen in seiner Glückseligkeit, unzugänglich für alles Schlechte, vorsorgend für die Welt und für das, was in der Welt ist.
    Die Götter hausen dementsprechend auch nicht fern von der Welt, sondern sie sind gegenwärtig und sie sind wirksam. Durch ihre Vorsehung wird die Welt regiert, sie kümmern sich um die menschlichen Dinge und zwar nicht nur um die der Gesamtheit, sondern auch um die der Einzelnen.
  • Freiheit ist nicht blanke Willkür, sondern sein aus eigenem Ursprung. Frei ist nur der Mensch, der innerlich frei ist und nur das tut, was seine Vernunft wählt.
    Freiheit ist somit freiheitliche Fügung in die göttliche Ordnung.
    Es kommt darauf an, dass der Mensch der Vernunft in seinem Innern gehorche.
  • Der Mensch darf sich nicht von seinen Leidenschaften unterjochen lassen, denn diese sind darauf aus, ihn von seinem innersten Prinzip abzubringen.
  • Die Affekte stören uns an vernunftgeleitetem Handeln und stören die Harmonie der Seele. Sie sind die Krankheiten der Seele.
  • Das Lebensideal des Stoikers ist daher die Leidenschaftslosigkeit, die Unerschütterlichkeit auch und gerade gegenüber den Schlägen des Schicksals.
  • Über allem steht der Gedanke der Pflicht, des Geziemenden.
    Die Pflicht erfüllen aber heißt, der göttlichen Stimme im Innern gehorchen.
    Daraus erwächst eine allgemeine Menschenliebe, eine naturhafte Zuneigung, die alle Menschen als Menschen miteinander verbindet.

Fußnoten[+]

 
 
16 
 November 
 
2016

abgelegt in
Die Stoa | Philosophie

 

Betrachtungen des römischen Kaisers Marc Aurel
Äußerst kühle, wenngleich zur Jahreszeit passende Gedanken


 

  • Alles, was du siehst, wird sich bald verändern und die, welche diesen Veränderungen zuschauen, werden selbst auch bald vergehen.
    Jenes eilt ins Dasein, dieses aus dem Dasein.
  •  

  • Eine unaufhörliche Flut von Veränderungen erneuert stets die Welt.
    Wer möchte nur in diesem Strome, wo man keinen festen Fuß fassen kann, irgend eines von den vorüber eilenden Dingen besonders wertschätzen? Das wäre gerade so, als wenn sich jemand in einen vorüberfliegenden Sperling verlieben wollte, der in einem Augenblicke wieder aus den Augen entschwunden ist, ist doch selbst jegliches Menschenleben von ähnlicher Art.
  •  

  • Ist doch selbst jegliches Menschenleben von ähnlicher Art, nichts anderes, als das Aufdampfen von Blut und das Einatmen der Luft.
  •  

  • Und wenn du nun alle Trennungen, Umwandlungen und Auflösungen, die mit dir vorgegangen sind, erwägst, so frage dich selbst: „War daran etwas Schreckliches? Ebenso wenig wird auch das Aufhören, der Stillstand und die Umwandlung deines ganzes Lebens schrecklich sein!
  •  

  • Wie bald, und du bist Asche und ein Knochengerippe und nur noch ein Name, oder selbst nicht ein Name mehr ist übrig! Der Name aber ist bloßer Schall und Widerhall. Und die geschätztesten Güter des Lebens sind eitel, modernd, unbedeutend, Hunden gleich, die sich herumbeißen, und Kindern, die sich zanken, bald lachen und dann wieder weinen.
    Treue aber und Scham, Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe sind zum Olymp der geräumigen Erde entflohen.
  •  

  • Was gibt es also, das dich hier unten zurückhält? Alles Sinnliche ist ja so wandelbar und unbeständig, die Sinne selbst sind aber voll trüber Eindrücke und leicht zu täuschen, und das Seelchen ist selbst nur ein Aufdampfen des Blutes.
  •  

  • Ehre die Götter, fördere das Heil der Menschen! Kurz ist das Leben, und es gibt nur eine Frucht des irdischen Daseins: eine unsträfliche Gesinnung und gemeinnützige Werke.
  •  

  • Was kümmert es dich, wenn unter ihnen diese und jene Stimmen über dich laut werden oder sie diese und jene Meinung von dir haben?
  •  

  • Was ist denn nun der Beachtung wert? Etwa, daß man uns mit den Händen Beifall klatscht? Keineswegs. Mithin auch nicht die Beifallsbezeigungen mit der Zunge. Denn die Lobeserhebungen von seiten des großen Haufens sind doch nichts anderes als ein Zungengeklatsch.
    Lass also dein bisschen Ruhm fahren!
    Was bleibt aber wirklich Achtungswürdiges übrig?
  •  

  • Wo einem Dinge in noch so beifallswürdiger Gestalt vorgespiegelt werden, sie entlarven, ihren Unwert sich anschaulich machen und ihnen die schimmernde Einkleidung, womit sie sich brüsten, nehmen. Denn der Schein ist ein furchtbarer Betrüger, und gerade wenn man glaubt, sich mit den allerbedeutendsten Dingen zu beschäftigen, bezaubert er am meisten.
  •  

 
 
5 
 November 
 
2016


 
  • Wir haben keine zu geringe Zeitspanne, sondern wir vergeuden viel davon.
    Lang genug ist das Leben bemessen, auch für die allergrößten Unternehmungen, wenn es nur insgesamt gut angelegt würde.
    Doch sobald es in Verschwendung und Oberflächlichkeit zerrinnt, sobald es für keinen guten Zwecke verschwendet wird.
  •  

  • Wir haben kein kurzes Leben empfangen, sondern es kurz gemacht.
    Keinen Mangel an Lebenszeit haben wir, sondern gehen verschwenderisch damit um.
    Es ist wie mit reichen und königlichen Schätzen. Sobald sie an einen schlechten Herrn kommen, sind sie im Nu vergeudet, während ein auch noch so bescheidenes Vermögen, wenn es einem tüchtigen Verwalter anvertraut ist, durch Nutzung wächst.
    So bietet unsere Lebenszeit dem, der sie gut einteilt, genug Raum.
  •  

  • Doch wer bürgt dir dafür, dass du so lange lebst?
    Wer wird es gestatten, dass alles so verläuft, wie du es dir einteilst?
    Schämst du dich nicht, nur die kümmerlichen Reste deines Lebens für dich zu behalten und für sinnvolle geistige Beschäftigung nur die Zeit zu bestimmen, die für kein anderes Geschäft mehr taugt.
    Es ist doch reichlich spät, erst dann mit dem Leben beginnen, wenn man es schon bald beenden muss.
    Und wie unvernünftig ist es, seine Sterblichkeit so weit zu vergessen, dass man gute Vorsätze auf das fünfzigste und sechsigste Lebensjahr verschiebt und erst in einem Alter zu leben beginnen will, das nur wenige erreichen.
  •  

  • Was wird sein?
    Du bist beschäftigt … das Leben aber eilt dahin.
    Unterdessen steht der Tod vor der Tür, für den du – ob du willst oder nicht – Zeit haben musst.
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  • Das größte Hindernis im Leben ist die Erwartung, die uns an das Morgen bindet und uns das Heute verlieren lässt.
  •  

  • Was in der Hand des Schicksals liegt, darüber willst du verfügen, was du selbst in der Hand hast, das lässt du los.
  •  

  • Wonach hältst du Ausschau, worauf richtest du deine Hoffnungen?
    Alles was noch kommt, liegt im Ungewissen, JETZT sollst du leben.
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  • Vergil:
    Was zauderst du? Was zögerst du?
    Wenn du die Zeit nicht packst, entflieht sie. Und selbst, wenn du sie gepackt hast, läuft sie dennoch davon.
    Also muss man gegen die Schnelligkeit der Zeit ankämpfen, indem man sie rasch nutzt.
  •  

  • Es gibt nicht das beste Alter, sondern den besten Tag.
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  • Verzettele dich nicht in vielerei Beschäftigung!
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  • Lasse dich nicht fesseln vom äußeren Glanz an sich belangloser Ereignisse! [1]Talkshows und Hypes
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  • Das Leben des Weisen wird dadurch lang, dass er alle Zeiten in eine einzige zusammenfasst.
  •  

  • Trenne dich also von der großen Masse [,mein lieber Paulinus] und ziehe dich endlich in einen ruhigeren Hafen zurück! Du bist ja für deine Jahre schon über Gebühr umgetrieben worden!
    Bedenke doch nur, wie vielen Fluten du schon ausgesetzt warst, wie viele Stürme du im Privatleben ausgehalten, wie viele du in der Öffentlichkeit schon auf dich gezogen hast. In mühevoller und rastloser Tätigkeit hast du schon genügend Beweise deiner Tüchtigkeit gegeben.
    Probier‘ jetzt, was sie in der Muse leistet!
    Den größeren Teil deines Lebens, gewiss den besseren, hast du dem Staat gewidmet, etwas von deiner Zeit nimm nun auch für dich.
  •  

  • Deine Geisteskraft [,lieber Paulinus], ist in höchstem Maß befähigt für hohe Aufgaben, rufe sie nun zurück von einem Amt, das zwar ehrenvoll ist, aber nicht ausreicht, um ein glückliches Leben zu führen.
  •  

Fußnoten[+]

 
 
3 
 November 
 
2016

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senca_glueck_schmerz_seelenruhe
Lucius Annaeus Seneca

  • Glücklich ist dasjenige Leben, das mit seiner Natur in vollem Einklang steht!
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  • Lass‘ keine Stunde ungenutzt vorübergehen, nimm den heutigen Tag voll in Beschlag, dann wirst du weniger von den folgenden abhängig sein!
    Alle Stunden umfasse mit beiden Armen! So wirst du weniger vom Morgen abhängen, wenn auf das Heute du die Hand legst. [1]Moralische Briefe an Lucilius
    Epistulae morales ad Lucilium
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  • Nichts ist unser wahres Eigentum als die Zeit. Dieses flüchtige und schwer fassbare Gut ist das einzige, dessen Besitz die Natur uns vergönnt hat und doch verdrängt uns der erste Beste daraus.
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  • Unstetiges Hin- und Herflattern ist Anzeichen eines krankhaften Gemütszustandes.
    Erstes Anfordernis an eine Geistesverfassung, die als eine wohlgeordnete gelten soll, ist die Fähigkeit, den Schritt zu hemmen und Einkehr in sich selbst zu halten.
  •  

  • Der Geist wächst von innen heraus, nährt und übt sich selbst.
    Was dich tugendhaft machen kann, ist in dir.
    Die einzige Erfordnis, um tugendhaft zu sein, ist ein fester Wille.
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  • Soweit wie möglich suche aber deinen Schutz bei der Philosophie. Sie wird dich in ihrem Schoße bergen, in ihrem Heiligtume wirst du sicher oder doch sicherer sein.
    Mit der Philosophie darst du dich aber nicht brüsten, sie soll dir dazu verhelfen, deine eigenen Fehler loszuwerden, nicht anderen die ihrigen vorzurücken.
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  • Man kann weise sein, ohne Gepränge und ohne Unwillen zu erregen.
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  • Deine Sinnesweise musst du ändern, nicht den Himmelsstrich.
    Magst du das weite Meer durchkreuzen, mögen dir Länder und Städte entschwinden, deine Fehler werden dir überall hinfolgen. [2]Vergil
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  • Es ist verzeihlich, wenn wir Tränen vergießen, sofern wir sie nicht maßlos strömen lassen, sondern ihnen wehren.
    Weder trocken sollen die Augen bleiben beim Verlust eines Freundes noch überströmen.
    Weinen sollen wir, nicht jammern!
    Tränen sollen als Beweis der Sehnsucht dienen! Wir geben uns nicht dem Schmerze hin, sondern zeigen ihn.
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  • Lege des Schicksals Gunst nicht zu dessen Ungunsten aus!
    Es hat dir genommen, aber auch gegeben.
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  • Geselligkeit und Einsamkeit: Man muss beides miteinander verbinden und abwechseln lassen. Die erstere weckt die Sehnsucht nach Menschen, die letztere die Sehnsucht nach uns selbst. Und beide werden einander hilfreich ergänzen: Den Hass gegen das Menschengetümmel wird die Einsamkeit heilen, den Überdruss an der Einsamkeit das Menschengetümmel.
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  • Es ist weit vernünftiger, dich an weniger Schriftsteller zu halten, als irrend umherzuschweifen von einem zum anderen.
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  • Der Begierde ist nichts genug, der Natur genügt auch schon das Geringste.
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  • Es zeugt von Hochherzigkeit, wenn man Beleidigungen verachtet. Die kränkendste Art von Rache, die einen treffen kann, ist es, gar für wert gehalten zu werden, um ein Opfer der Rache zu werden.
    Bei vielen haben sich leichte Beleidigungen gerade dadurch tiefer in ihre Seele eingegraben, dass sie sich rächten.
    Der ist eine große und edle Erscheinung, der es macht wie ein gewaltiges Tier, der das
    Gebell kleiner Hunde anhört ohne sich darum zu bekümmern.
    Man wird sich weniger verachtet sehen, wenn man sich für eine Beleidigung rächt.
    Wenn wir zur Rache greifen wie zu einem Heilmittel, so soll es ohne Zorn geschehen.
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  • Es ist besser von einer Sache nichts wissen zu wollen als sich zu rächen. Beleidigungen von Seiten der Machthaber muss man mit heiterer Miene ertragen, nicht bloß mit Geduld. Sie werden es wieder so machen, wenn sie sehen, dass sie ihren Zweck erreicht haben.
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  • Es ist weit besser, überhaupt sich nichts merken zu lassen, als die Beleidigung zu rächen.
    Dem Zorn muss man entsagen, gleichviel ob der Gegner uns gewachsen ist oder mächtiger oder schwächer.
    Mit einem der uns gleich ist sich zu messen, ist eine bedenkliche Sache.
    Mit einem Überlegenen eine Tollwut.
    Mit einem Schwächeren eine Erniedrigung.
    Es verrät eine kleinliche und elende Sinnesart, den, der einen beißt, wieder zu beißen.
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  • Es sind reine Lappalien, wegen derer wir uns so ernsthaft erbosen.
    Dinge wie die, um welche sich Knaben zanken und streiten.
    Nicht von dem, was wir mit so tiefer Ergriffenheit betreiben, ist wirklich ernst und groß.
    Man achtet so oft das Kleine für groß.
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  • Wäge des abends deine Handlungen und Äußerungen ab.
    Nichts soll dir verborgen bleiben, nichts übergangen werden.
    Warum sollte man sich vor seinen Verfehlungen fürchten?
    Da man sagen kann: „Gib acht, dass du das nicht wieder tust! Für dieses Mal sei es dir verziehen! Bei jenem Wortkampf hast du dich von der Streitsucht weit fort treiben lassen. Lass dich nicht wieder in ein Gespräch mit Unkundigen ein. Diejenigen sind unbeholfen, die nie haben Schüler sein wollen.
    Jene hast du mit deiner Mahnung zu scharf angefasst, daher hast du ihn nicht gebessert, sondern beleidigt.
    Künftig sieh nicht nur darauf, ob es wahr ist, was du sagst, sondern ob der, dem es gesagt wird, die Wahrheit auch verträgt.“
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  • Wozu Streit und Nachstellungen?
    Kannst du dem, welchem du zürnst, mehr anwünschen als den Tod?
    Er wird auch ohne dein Zutun sterben.
    Es ist verlorene Arbeit, sich um das zu bemühen, was doch von selbst eintreten wird.
    Du erwiderst: „Ich habe es nicht gerade auf den Tod abgesehen, sondern auf Verbannung, Schmach, Schaden, die sollen ihn treffen.“
    Es ist verzeihlicher, seinem Feinde eine Wunde zu wünschen als eine Pustel, denn dies zeugt nicht nur von boshafter, sondern auch von kleinlicher Gesinnung.
    Magst du es nun auf die härtesten oder geringeren Strafen abgelegt haben, wie rasch verfliegt die kurze Spanne Zeit, während der jenem die Qual der Strafe auferlegt und dir die boshafte Freude daran gegönnt ist. Wie bald werden wir den letzten Atemzug tun?
    Solange wir aber noch atmen, solange wir noch unter Menschen sind, wollen wir auch Menschlichkeit üben.
    Niemandem soll Furcht vor uns, niemandem Gefahr von uns drohen.
    Beeinträchtigungen, Beleidigungen, Schmähungen, Sticheleien wollen wollen wir verachten und frohen Mutes die kurzen Widerwärtigkeiten ertragen.
    Im Handumdrehen werden wir der Sterblichkeit unseren Tribut bezahlen.
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Fußnoten[+]