Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

10 
 Juni 
 
2018


 

MUSIK Johann Sebastian Bach
BEREITSTELLUNG Jos Leys


 

Tizian - Allegorie der Zeit
Tizian – Allegorie der Zeit

Wie gut, daß auch diese Erkenntnis nun zu ihm kam: daß es keine Zeit gab!

Das einzige, was zwischen Alter und Jugend, zwischen Babylon und Berlin, zwischen Gut und Böse, Geben und Nehmen stand, das einzige, was die Welt mit Unterschieden, Wertungen, Leid, Streit, Krieg erfüllt, war der Menschengeist, der junge ungestüme und grausame Menschengeist im Zustand der tobenden Jugend, noch fern vom Wissen, noch weit von Gott.

Er erfand Gegensätze, er erfand Namen. Dinge nannte er schön, Dinge häßlich, diese gut, diese schlecht. Ein Stück Leben wurde Liebe genannt, ein anderes Mord. So war dieser Geist, jung, töricht, komisch.

Eine seiner Erfindungen war die Zeit. Eine feine Erfindung, ein raffiniertes Instrument, sich noch inniger zu quälen und die Welt vielfach und schwierig zu machen! Von allem, was der Mensch begehrte, war er immer nur durch Zeit getrennt, nur durch diese Zeit, diese tolle Erfindung! Sie war eine der Stützen, eine der Krücken, die man vor allem fahren lassen mußte, wenn man frei werden wollte.

Aus: “Klein und Wagner” (Hermann Hesse)

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16 
 August 
 
2012

abgelegt in
Gedankenschau

 


Venus Urbino

 

Gemälde Venus von Urbino
Thema Tizian

Die Venus von Urbino ist ein um 1538 entstandenes, berühmtes Ölgemälde des italienischen Malers Tizian. Es stellt eine nackte junge Frau dar, die als die Göttin Venus identifiziert wird.

Quelle: Wikipedia

 
Es liegt in diesem mit Liebreiz gepaartem Gemälde (wie übrigens in vielen Bildern der Kunstgeschichte) etwas untrüglich Wahres, ewig Überdauerndes, vielleicht der Geist der Ideen.
Eine sinnliche, leicht getragene Anmut unvergänglicher Schöne im reißenden Strom unserer wechselvollen GeZEITen.
Es ist mehr als Erotik, es ist ERFÜLLUNG.

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