Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

7 
 August 
 
2016

abgelegt in
Weinheber, Josef

 

DICHTUNG Josef Weinheber
LESUNG Corinna Kirchhoff


 

Du gabst im Schlafe, Gott, mir das Gedicht.
Ich werde es im Wachen nie begreifen.
Nachbildend Zug um Zug das Traumgesicht,
nur sehnen kann ich mich und Worte häufen.

Da es ein Klang war, sollt ich es nicht hören?
Da es ein Bild war, sollt ich es nicht sehn?
Nun wird die Oberfläche mich betören,
im Tonfall wird der Klang zuschanden gehn.

Wie war es doch? Es war in seligem Traume.
Nur noch in solchem Wachsein lebe ich.
Die Augen schließend, raubt es mich dem Raume.
Traum schlägt den Blick auf, und ich schaue dich.

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3 
 Oktober 
 
2011

abgelegt in
Distichen | Gedankenschau

 

Macht denn der Ton die Musik? Mitnichten, der Sänger bestimmt die
Weise! Wenn er dir hold, kann kein Klaglied dich stör’n.

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