Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

28 
 November 
 
2023

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Distichen | Epigramme
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Schändlicher, durch die Einstreu vereinzelter Silbe verdarb des
Suppengerichtes Geschmack! Halt’ dich drum stets am Rezept,
soll der Vers dir gelingen, betörend im Ohr hold erklingen!
Wahre Dichtermanier reichet liebschallende Kost.

 
 
8 
 November 
 
2023

abgelegt in
Epigramme | Tage in Weimar
Schlagwörter

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Stein an Stein eng gefügt
wie Lebensereignisse dicht gedränget,
schicksalshaft zeigt sich beschreitend der Weg!

Schmal ist des Lebens gepflasterte Gasse:
Schweigend zur Rechten kühles Gemäuer,
doch links blüht dir der Fenster Gesims.
Hier verstummet des Walles Begrenzung,
doch dort atmet Leben…

Meid’ der Verharrung Gebot,
reige ins Leben dich ein!

 
 
7 
 Oktober 
 
2023

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Epigramme | Tage in Weimar

 

„Quos ego!“ (Vergil)

Herbstlich in bunter Gewandung
wimmelt geschäftiges Volk, wogt
über das Pflaster wie Laubesgesell’n,
rauschend im Blättergesäus’.

In sich gekehrt jedoch, am Brunnen,
waltet ein Gott: Poseidon,
in befriedender Schau
ziemend in Herrschermanier.

 
 
3 
 Oktober 
 
2023

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Epigramme | Tage in Weimar

 
 
 
26 
 September 
 
2023

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Epigramme | Gedankenschau

 

Der römische Brunnen
– Kontrafaktur –

In einem römischen Garten verborgen ein Brunnen erschaut, im
schatiigen Glücke, und bewahrt vor der Mittagsstund’ gar
hartem Geleucht’ rings lastender Sonne sengendem Blicke.
Doch seiner Stärke gewiss, trotzt er der Allgewalt Sonn’
kühn dem strengem Gebote der Stunde und steiget mit munterem
Strahl in die dunkle Nacht kühlen Laubes Gewölb!
Dort, in der zweigigen Höh’ von beschatteten Wonnen gelabet,
sinket der Strahl und füllt wogender Wasser die Schal’.
Schäumend die hebende Flut drängt sie zum marmonen Rand und
reichet weiter den Strom heller Freuden sodann
in eine zweite empfangende Schale. Und voll ist auch diese
wieder! Oh, alles befehlt Mutter Natur dem Bezirk
irdischen Kreises, weiset getreu ihr Gesetz dem Beseelten,
mahnet des wogenden Ausgleichs allhier mit Bedacht,
nichts darf beengen zu sehr, nicht allzu weiten Verlangen,
keine Ermangelung hier, Schwelgen im Übermaß dort.

Bildquelle:
Löwenbrunnen in Weimar
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Graben_6_-_Haupteingang,_L%C3%B6wenbrunnen,_Weimar.JPG

Musikquelle:
Georg Friedrich Händel
Wassermusik // Suite No.1: // VII. Minuet (F major)

Das Original „Der römische Brunnen“ von Conrad Ferdinand Meyer zu erlauschen
bei CarpePoem:

 
 
25 
 Juni 
 
2011

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Distichen | Epigramme

 

Was hülfet, Erdenkind dir, ein nie ermattendes Grübeln?
Wenn ein Gott dir versagt wirket der Menschengeist nichts!