Lyrik ~ Klinge
Versuch einer Dichtung          

21 
 Juni 
 
2017


 

Das Gedicht „Die Lichtung / Refugium“ wurde entfernt, weil es ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war und ich es lieber im Stillen bewahren möchte.
Dergleichen sollte eigentlich auch für „Glimme Hoffnung“ gelten.

Schöne Momente sollten er-lesen bleiben und nicht von vieler Augen ver-lesen werden.

 
 
18 
 Juni 
 
2017


 

Pompejanisches Fresko

 
Musik
Frédéric Chopin [1]Nocturne Op. 9, No. 1
Tünchend verhüllet der edlen Kunst
schwungvoller Pinsel
ergötzend mit lieblichem prangendem Reize
des Lebens erschauerndes Bild.

Doch blättert in Bälde
vom Lichte der Wahrheit bedränget
der farbliche Schleier
und rühret am fühlenden Herzen.

Vom Seufzton erschüttert
entblättert von Neuem
das Schreckbild dämonischer Fratzen,
die lechzend nach Weheklang lüstern.

→ zu Mnemosynes Geleit
Eherne Welt

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18 
 Juni 
 

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Die Entführung der Europa
 
Musik
E – Clip & Future Frequency – Little Universe
Gedankenwogen

Ein sonnenreicher Tag verglüht.

Der Lichtesgabe voll gemessen
nimmt Helios [1]Der Sonnengott letzten Sonnenpfeil
aus gold’nem Köcher
und sendet ihn dem Göttervater Zeus,
der an des Ufers kühlem Saum
in eines Stiers Erscheinung
emporsteigt aus des Meeres Wogen,
der Liebe längst entflammt.

Denn unweit steht
der Insel jüngste Königstochter [2]Europa, Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa.

Mit dünenwhaftem weichen Schritt
sucht sie nach Kostbarkeiten letzter Flut,
womit sie ihren Hals dann schmückt,
flicht Blumenzier ins lose Haar,
die milden Widerstreits der Wind zugleich entflicht
und lauscht des Wellenschlages Wonnespiel,
das fernher sanfte Weisen tönt [3]singt.

Und mehrend ihrer Schönheitsfülle Schatz
weht lauen Lächelns Abendwind
mit leisem Sonnensang
besänftigend dem zahmgestimmten Stier
ins sinnverwehte Herz.

Das goldgehörnte Haupt
umwindet sie mit Blumenkränzen,
teilt ihrer Anmut Kleinod,
und schürt des Gottes Glutverlangen,
der schneefloh Schulter [4]weiße Sandband ihr nun zeigt.

Entfloh’ner Scheu‘
besteigt die Wagende
des Stieres reizer Klippe,
ergreift des Hornes Schmuckkorall.

Und traut umspielt der träufen Haare Seegarn
der Brüste weicher Schwämme,
des Schweißes salz’ger Brise
des Stieres liebesmattes Haupt.

Der warmen Strömung Meeresbecken
treibt beide Welle um Well‘
hinweg vom sicheren Gestade.

Und in des Herzens stiller Weite
entsinkt dem wogenschwanken Blick
das Festland auferlegter Bande.

→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

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