Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

14 
 Juli 
 
2018


 

Die Göttin der Ernte
Ceres
[1] Bild-Quelle: Thaliatook

Hebe dein Sonnenhaupt,
du Strahlenbekränzte!

Schmücket Dionysos efeuumwunden
das Haupt seiner Lieben,
golden geflochtenen Haars
krönet der Sonnengott dich!


 

MUSIK
Felix Mendelssohn Bartholdy [2] Fingals Höhle (Auszug) – Quelle: www.yourclassical.org
Ceres‘ Geheiß [3] Wogensang

Goldsträhn durchwoge mit Lichtstreich
des Gedankenreichs Felder.

Windschmieg umschmeichle den Halm
der Erkenntnis Ähre.

Ernteschwer neige das Korn
zu des Herzens Schoße.
→ zu Mnemosynes Geleit
Eherne Welt

Fußnoten   [ + ]

 
 
8 
 Juli 
 
2018


 


Säule 21

Des Herzens Feuerschale
Der Tod der Lüste



Aus den Briefen Epiktets [1]fiktiv
an Lucius Flavius Arrianus [2]Zusammenfassung aus: „Handbüchlein der Moral“
Verlage: Ad Fontes, Reclam, Anaconda
Meditatio mortis [3] Lehre uns bedenken,
daß wir sterben müssen,
auf daß wir klug werden.
 
Psalm 90;12


Streust du den Spott, nährest wider dem Nächsten den Zorn?
Hegst Argwohn, gar bitter’ren Verdruss?
Oder schwillt die Begier
unermesslich nach Gütern, nach Gaben flüchtiger Freuden?

Wend‘ deinen Sinn davon ab!
Lösche die schwelende Glut,
zehret mit Gram sie am alternden Herzen doch nur!
Lasse alle Widrigkeiten entfahr’n!

„Wie ist dies möglich?“, fragst du.

Alles was furchtbar erscheinen dir mag, führe stets nur vor Augen:
Willkür ird’scher Gewalt, auch der Verbannung Exil
trostloses Hoffen, des Krieges Wirren dumpfer Verzweiflung,
allen voran jedoch schaudernd den eigenen Tod!

Jenes Bildnis des Schreckens sei wahrer Lehrmeister dir, denn
erst in Betrachtung des Tods, mäßigt sich unbänd’ger Geist:
Zügelt das Walten grimmiger Zwietracht, weicht niedere Denkart,
schwindet alles Begehren, zähmt der Leidenschaft Flamm‘!

So wirst du nie etwas maßlos begehren, an etwas Gemeines
auch denken: Wogend im Sturm trägt die Gelassenheit dich.
→ zu Mnemosynes Geleit
→ Zenons Wandelhalle
Die stoischen Siegessäulen

Fußnoten   [ + ]

 
 
1 
 Juli 
 
2018


 

Demeter



MUSIK
Vedrò con mio diletto [1] Mit Freude werde ich
die Seele meiner Seele sehen,
das Herz meines Herzens voll Zufriedenheit.
Und wenn ich von meinem
geliebten Wesen
entfernt werden würde,
seufzte ich leidend jeden Moment.
 
Gesang: Jakub Józef Orliński | Quelle: YouTube

Als Kore in der Ebene von Nysa Blumen pflückte, stieg Hades aus der Unterwelt empor und entführte Kore auf seinem Gespann. Kore fügte sich, nun als Persephone bezeichnet, in ihr Schicksal.

Ihre Mutter Demeter wanderte inzwischen verzweifelt umher und hinderte in ihrem Gram alle Pflanzen am Wachstum, was Zeus zum Eingreifen zwang, da die Gefahr bestand, dass die ganze Welt an Hunger zugrunde ginge.

Schließlich wurde eine Einigung erzielt, die vorsah, dass Persephone nur einen Teil des Jahres in der Unterwelt weilen sollte.

Dementsprechend kommt es zu Winter, wenn Kore als Persephone in der Unterwelt regiert, und Sommer, wenn Kore bei ihrer Mutter lebt.

Quelle: WikiPedia

Gebot des Zeus

Schneefloh gewandet,
die sanft erhebenden Gipfel
gleiser Landschaft.


Korpino vestemu,
nivoza.
Eben geglättet
das weithin erschauende Tal
reiner Schöne.


Korpinus duneyo,
plana.
Silbern durchglänzt geschmeidig
ein wallender Strom das Gefilde.


Korpines suneyo,
treso fluvema.
Und im milden Strahl klaren Äthers [2] der „bläuliche Gott“ Zeus (Schiller)
träufen die Ufer.


Korpunes steleyo,
varma.
Korpines fonteyo,
disformu.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

Fußnoten   [ + ]