Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

7 
 Dezember 
 
2016


 

Weit in nebelgrauer Ferne
Liegt mir das vergangne Glück,
Nur an einem schönen Sterne
Weilt mit Liebe noch der Blick.
Aber, wie des Sternes Pracht,
Ist es nur ein Schein der Nacht.

Deckte dir der lange Schlummer,
Dir der Tod die Augen zu,
Dich besäße doch mein Kummer,
Meinem Herzen lebtest du.
Aber ach! du lebst im Licht,
Meiner Liebe lebst du nicht.

Kann der Liebe süß Verlangen,
Emma, kann’s vergänglich sein?
Was dahin ist und vergangen,
Emma, kann’s die Liebe sein?
Ihrer Flamme Himmelsglut;
Stirbt sie wie ein irdisch Gut?

 

Dichter Friedrich Schiller
Rezitation Jürgen Goslar

 
 
15 
 März 
 
2016


 

 

Vier Elemente, innig gesellt,
Bilden das Leben, bauen die Welt.
Preßt der Citrone saftigen Stern!
Herb ist das Lebens innerster Kern.
Jetzt mit des Zuckers lifterndem Saft
Zähmet die herbe, brennende Kraft!
Gießet des Wassers sprudelndem Schwall!
Wasser umfänget ruhig das All.
Tropfen des Geistes gießet hinein!
Leben dem Leben giebt er allein.
Eh‘ es verdüftet, schöpfet es schnell!
Nur wenn er glühet labet der Quell.

 

Textdichter Friedrich Schiller
Musik Franz Schubert
Tenor Peter Schreier und Horst R. Laubenthal
Bariton Dietrich Fischer Dieskau
Klavier Gerald Moore

 
 
15 
 März 
 


 

Ehret die Frauen! Sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band.
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand

Ewig aus der Wahrheit Schranken
Schweift des Mannes wilde Kraft,
Und die irren Tritte wanken
Auf dem Meer der Leidenschaft.
Gierig greift er in die Ferne,
Nimmer wird sein Herz gestillt,
Rastlos durch entlegne Sterne
Jagt er seines Traumes Bild.

 

Dichter Friedrich Schiller
Rezitation Jürgen Goslar