Lyrik ~ Klinge
Versuch einer Dichtung          

6 
 August 
 
2016


 

O welt! ich muß dich lassen,
Ich fahr‘ dahin mein‘ straßen
In’s ew’ge vaterland;
Mein’n geist will ich aufgeben,
Dazu mein leib und leben
Setzen in Gottes gnäd’ge hand.

Mein‘ zeit ist nun vollendet,
Der tod das leben endet,
Sterben ist mein gewinn;
Kein bleiben ist auf erden,
Das ew’ge muß mir werden:
Mit fried und freud‘ ich fahr‘ dahin.

Ob mich gleich hat betrogen
Die welt, von Gott gezogen
Durch schand‘ und büberei,
Will ich doch nicht verzagen,
Sondern mit glauben sagen,
Daß mir mein‘ sünd‘ vergeben sei.

Auf Gott steht men vertrauen,
Sein antlitz will ich schauen,
Wahrlich, durch Jesum Christ,
Der für mich ist gestorben,
Des Vaters huld erworben,
Mein mittler er auch worden ist.

Die sünd‘ mag mir nicht schaden,
Erlös’t bin ich aus gnaden,
Umsonst durch Christi blut.
Kein werk kommt mir zu frommen,
So will ich zu ihm kommen
Allein durch wahren glauben gut.

Ich bin ein unnütz knechte,
Mein thun ist viel zu schlechte,
Denn daß ich ihm bezahl‘
Damit das ew’ge leben,
Umsonst will er mir’s geben,
Und nicht nach mein’m verdienst und wahl.

Drauf will ich fröhlich sterben,
Das himmelreich ererben,
Wie er’s mir hat bereit’t.
Hier mag ich nicht mehr bleiben,
Der tod thut mich vertreiben,
Mein‘ seele sich vom leibe scheid’t.

Damit fahr‘ ich von hinnen,
O welt! thu‘ dich besinnen,
Denn du mußt auch hernach;
Thu‘ dich zu Gott bekehren,
Und von ihm gnad‘ begehren,
Im glauben sei du auch nicht schwach.

Die zeit ist schon vorhanden,
Hör‘ auf von sünd‘ und schanden,
Und richt‘ dich auf die bahn
Mit beten und mit wachen,
Sonst all‘ irdische sachen
Sollt du gutwillig fahren lan.

Das schenk‘ ich dir am ende:
Ade! zu Gott dich wende,
Zu ihm steht mein‘ begier.
Hüt‘ dich für pein und schmerzen,
Nimm mein’n abschied zu herzen,
Mein’s bleibens ist jetzt nicht mehr hier.

 

Dichter  Johann Hesse   |   Sprecher  Jürgen Fritsche

 
 
19 
 Mai 
 
2012


 

Offenbarung 19

11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.

12 Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst.

13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.

14 Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen.

15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe;

16 und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren.

Offenbarung 22

13 Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.

[…]

20 Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, ja, komm, Herr Jesus!

21 Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!

Übersetzung Martin Luther
Rezitation Ben Becker
Bereitstellung 59Berger

 
 
7 
 April 
 
2012


 

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren,
meine geliebete Seele, das ist mein Begehren;
kommet zuhauf,
Psalter und Harfe wacht auf,
lasset die Musicam hören.

Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält,
wie es dir selber gefällt;
hast du nicht dieses verspüret?

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet;
in wieviel Not
hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet!

Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet,
der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet;
denke daran,
was der Allmächtige kann,
der dir mit Liebe begegnet.

Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen.
Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen.
Er ist dein Licht!
Seele, vergiss es ja nicht;
lobende, schließe mit Amen.

 

Textdichter Joachim Neander
Rezitation Jürgen Holtz
Bereitstellung wortlover