Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

31 
 August 
 
2017


 

DICHTER Johann Wolfgang von Goethe
REZITATION Gert Westphal


 

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es,
und wieder nieder zur Erde muß es, ewig wechselnd.

Strömt von der hohen, steilen Felswand der reine Strahl,
dann stäubt er lieblich in Wolkenwellen zum glatten Fels,
und leicht empfangen, wallt er verschleiernd,
leisrauschend zur Tiefe nieder.

Ragen Klippen dem Sturz entgegen,
schäumt er unmutig stufenweise zum Abgrund.

Im flachen Bette schleicht er das Wiesental hin,
und in dem glatten See weiden ihr Antlitz alle Gestirne.

Wind ist der Welle lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus schäumende Wogen.

Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!

 
 
10 
 Februar 
 
2017


 

Aus dem Film: Operation Walküre — Das Stauffenberg Attentat (2008)

Das Lied wurde von Johann Wolfgang von Goethes „Wandrers Nachtlied“ aus dem Jahr 1776 adaptiert. In der im Film verwendeten Version wurde es von John Ottman und Lior Rosner geschrieben und vom Rundfunkchor Berlin gespielt. Als Mezzosopranistin fungierte Sylke Schwab, Dirigent war Günter Joseck.
Das Bild zeigt Johann Wolfgang von Goethe auf dem sogenannten Kickelhahn bei Ilmenau um 1831.

 


Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

 
 
16 
 Januar 
 
2017

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Gibran, Khalil | Zitate

 

Wo finde ich den Menschen, der von der Einsicht anstatt von Trieben und bloßer Gewohnheit geleitet wird?

Khalil Gibran