Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

20 
 Oktober 
 
2018


 

Die Sternkundlerin Urania

 
MUSIK
Claude Debussy [1]Clair de lune


Götterhimmel

Über den Dächern der Welt, Weitschauende, schwingt sich auf leichtem
Himmelssteig kühner dein Blick, schmiegt zum Gestirn sich empor,
wölbt sich die Kuppel kreisenden Alls zu harmonischem Chor
und klangerhaben tönt deines Monds silbernes Haupt.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

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13 
 August 
 
2018


 

Hero und Leander

 
MUSIK
Frédéric Chopin [1]Regentropfen-Prélude


Hero war eine Priesterin der Aphrodite in Sestos am westlichen Ufer der Meerenge Hellespont.
Ihr Geliebter Leander lebte in Abydos am gegenüberliegenden kleinasiatischen Ufer. Da er Hero nur heimlich besuchen konnte, durchschwamm er allnächtlich den Hellespont. Ein Leuchtfeuer, das Hero in einem Turm entzündete, oder eine von ihr dort verwendete Öllampe oder Fackel wies ihm den Weg.
Einmal verirrte er sich jedoch bei einem Sturm, der das Feuer auslöschte, und ertrank.
Am folgenden Morgen entdeckte Hero seinen angeschwemmten Leichnam am Ufer und stürzte sich gleichfalls in den Tod.

Quelle: WikiPedia

[ Bemerkung zum Text ] [2] Ich distanziere mich explit zu Bezügen aus meinem privaten Umfeld, die rein zufällig wären und der Text darüberhinaus dem Jahre 2009 entstammt. Lediglich die Verortung im Gedichtezyklus „Mnemosynes Geleit“ war angedacht.

Die erloschene Fackel

Einzig vom dämmergefüllten Kelche der Lethe erhofftest
Heil deiner Seele du! Des Liebsten entrissen gar nun,
stiegst in den Strom du hinab und schmiegtest dich in die allver-
söhnliche Flut stillen Trosts. Glut deiner Lippen erlosch
in der Umarmung Kühle. Oh Tod, in der letzten Liebkosung
säumest Gefährte du nie, stets verlässlicher Freund
schwerer Stunde. Du hauchtest aus seligpreisender Fremde
milder ihr, wuschest die Brust reinlich vom irdischen Gram.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

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29 
 Juli 
 
2018


 

Das Musenross Pegasos


 
MUSIK
Ludwig van Beethoven [1] Sinfonie Nr.6, I – Op. 68 – 1. Allegro ma non troppo (Auszug) | Quelle : archive.org


Der Quell Hippokrene

Von den ewigen Wassern geglättet
strebt des Helikons Bergwand
steil zum Plateau heil’ger Stätte,
der Musen verblieb’nes Refugium.

* * *

Weithin gereist, nach kühnem [2] höherem Himmelsritt,
ermüden des Pegasus‘ Flügel
und mit gebotener Rast
weilt es an nämlichem Orte.

Zephyrs [3] Gott des Westwindes streicher Abendhauch
zähmt die unbändige Mähne.

Auf den zierlichen Leib,
der Schönheit Altar,
streut dämmerfall   Selene [4] Göttin des Mondes
ihre lichten Gaben.

Vom milden Schauer
nunmehr gerührt,
schlägt der geschmeidige Huf
an geweihetem Fels.

Und siehe,
entfesselt des steinernen Mieders
wallet ein Strom erquickender Freude.
→ zu Mnemosynes Geleit
Pygmalions Werkstatt

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