| 24 Dezember 2025 |
|
#Gryphius #AnSichSelbst #Weimar #Parkhöhle #barock
Mir grauet vor mir selbst,
mir zittern alle Glieder,
wenn ich die Lipp und Nas
und beider Augen Kluft,
die blind vom Wachen sind,
des Atems schwere Luft
betracht und die nun schon erstorbnen Augenlider.
Die Zunge,
schwarz vom Brand,
fällt mit den Worten nieder
und lallt, ich weiß nicht was,
die müde Seele ruft
dem großen Tröster zu,
das Fleisch ruft
nach der Gruft.
Die Ärzte lassen mich,
die Schmerzen
kommen wieder.
Mein Körper ist nicht mehr
als Adern, Fell und Bein.
Das Sitzen ist mein Tod,
das Liegen meine Pein.
Die Schenkel haben selbst
nun Träger wohl vonnöten.
Was ist der hohe Ruhm
und Jugend, Ehr und Kunst?
Wenn diese Stunde kommt, wird alles Rauch und Dunst,
und diese Not wird mich
mit allem Vorsatz töten.
| 12 Dezember 2025 |
|
#Gryphius #AnSichSelbst #Weimar #Parkhöhle #barock
An sich selbst (4/4)
Was ist der hohe Ruhm, und Jugend, Ehr und Kunst?
Wenn diese Stunde kommt, wird alles Rauch und Dunst,
Und eine Not muß uns mit allem Vorsatz töten.
Hier geht’s zum 1. Teil: https://youtube.com/shorts/L0AbRmRV10w
| 8 Dezember 2025 |
|
#Gryphius #AnSichSelbst #Weimar #Parkhöhle #barock
An sich selbst (3/4)
Mein Körper ist nicht mehr
als Adern, Fell und Bein.
Das Sitzen ist mein Tod,
das Liegen meine Pein.
Die Schenkel haben selbst nun Träger wohl vonnöten.
Hier geht’s zum 1. Teil: https://youtube.com/shorts/L0AbRmRV10w
| 5 Dezember 2025 |
|
#Gryphius #AnSichSelbst #Weimar #Parkhöhle #barock #Vertonung
Die Zunge,
schwarz vom Brand,
fällt mit den Worten nieder
und lallt, ich weiß nicht was,
die müde Seele ruft
dem großen Tröster zu,
das Fleisch ruft
nach der Gruft.
Die Ärzte lassen mich,
die Schmerzen
kommen wieder.
| 4 Dezember 2025 |
|
#Gryphius #AnSichSelbst #Weimar #Parkhöhle #barock #Vertonung
Mir grauet vor mir selbst,
mir zittern alle Glieder,
wenn ich die Lipp und Nas
und beider Augen Kluft,
die blind vom Wachen sind,
des Atems schwere Luft
betracht und die nun schon erstorbnen Augenlider.
| 1 März 2017 |
|
I.
Vom schönsten Wesen wünschen wir Vermehrung,
Damit der Schönheit Ros’ unsterblich sei,
Und, wenn das Reife stirbt durch Zeitverheerung,
Sein Bild in zarten Erben sich erneu’,
Doch du, in eigner Augen Schein begnügt,
Nährst mit selbstwesentlichem Stoff dein Feuer,
Machst Hungersnot wo Überfülle liegt,
Dir selber Feind, des holden Ichs Bedräuer!
Der jungen Tage frische Zierde du
Und einz’ger Herold bunter Frühlingszeit,
Begräbst in eigner Knospe deine Ruh,
Vergeudest kargend, zarte Selbstigkeit!
Hab Mitleid mit der Welt! Verschling’ aus Gier
Ihr Pflichtteil nicht in deinem Grab und dir.














