Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

7 
 August 
 
2016

abgelegt in
Weinheber, Josef

 

Du gabst im Schlafe, Gott, mir das Gedicht.
Ich werde es im Wachen nie begreifen.
Nachbildend Zug um Zug das Traumgesicht,
nur sehnen kann ich mich und Worte häufen.

Da es ein Klang war, sollt ich es nicht hören?
Da es ein Bild war, sollt ich es nicht sehn?
Nun wird die Oberfläche mich betören,
im Tonfall wird der Klang zuschanden gehn.

Wie war es doch? Es war in seligem Traume.
Nur noch in solchem Wachsein lebe ich.
Die Augen schließend, raubt es mich dem Raume.
Traum schlägt den Blick auf, und ich schaue dich.

 

Dichter Josef Weinheber
Rezitation Corinna Kirchhoff
Bereitstellung wortlover

 
 
7 
 August 
 

abgelegt in
Weinheber, Josef
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Wir Künstler zeigen euch das Sein
als Wort und Farbe, Ton und Stein
Wir einsam, übersehn, verkannt
baun uns aus Traum ein Heimatland
und teilen jedem, der da will von gottnahähnlichem Gefühl.

Der Weg ist Leid, der Ruhm ist Trug
im Werkrausch bleibt uns Lohn genug
nach dieser überbittern Zeit
die Hoffnung auf Unsterblichkeit.

Uns ist der Mond, die Stille lieb wir hassen Taglärm und Betrieb.
In unsrer reichen Armut sind wir Kind und Kind und wieder Kind.
Wir sehnen uns von früh bis spät nach jenem Herzen, das versteht
und ist es da und sagt es ja, bringt uns dies Glück dem Tode nah.
Im Anfang war die Leidenschaft,
Gott segne uns die Schöpferkraft.

Dichter Josef Weinheber
Rezitation Oskar Werner

 
 
19 
 März 
 
2016

abgelegt in
Wiechert, Ernst

 

 


Textversion
Quelle: J.Korntheuer

Autor Ernst Wiechert
Rezitation Oskar Werner