Lyrik ~ Klinge
    Versuch einer Dichtung            

22 
 April 
 
2019


 

Unsere Moderatorin Paula P’Cay traf den Theologen, Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann in seiner Wahlheimat, der katholischen Hochburg Paderborn. Der mittlerweile 78-jährige spricht über die bürgerliche Selbstverständlichkeit anzunehmen, man habe Reichtum qua Geburt verdient, und über das Feigenblatt Menschenrechte, die in vielen Ländern (z.B. Libyen) mit Füßen getreten werden.

Ziel des Kapitalismus sei, die Menschen in Schuldknechtschaft zu treiben, um von ihrer Arbeitsleistung günstig profitieren zu können. Wenn Spekulanten mit Nahrungsmittelpreisen Milliarden verdienen, und durch die in die Höhe getriebenen Preise Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind, steht es für Drewermann außer Frage, dass dieses Wirtschaftssystem krank ist.

22 Millionen Kriegstote seit dem zweiten Weltkrieg, vor allem in Auseinandersetzungen, die von westlichen Mächten begonnen wurden, werden in der öffentlichen Diskussion kaum jemals erwähnt. Während man die 3000 Verkehrstoten pro Jahr in Deutschland unkommentiert annimmt, wird bei jedem der relativ wenigen Terrortoten von den Verantwortlichen und den Medien nach mehr Überwachung gerufen und oft übertriebener Aktionismus betrieben.

Für Drewermann ist jeder einzelne für die Handlungen, die er im Laufe seines Lebens setzt, verantwortlich. Nur beim Einzelnen könne Veränderung beginnen, um das Ruder für die Menschheit noch herumzureißen.

Quelle: YouTube

 
 
15 
 April 
 
2019

abgelegt in
Kahlau, Heinz
Schlagwörter

0

 

DICHTUNG Heinz Kahlau
LESUNG Frank Suchland
BEREITSTELLUNG wortlover



Durch deine Haare seh ich Himmel scheinen.
Auf deiner Haut liegt Sonne, und der See
hat zwischen deinen braunen Armen Wellen,
und rings um deinen nackten Fuß ist Klee.

Dort wo du hinschaust, geht ein Wind vorüber,
die Bäume über dir sind von ihm voll.
In deinen Händen riecht die Luft nach Ernte,
als ob die Zeit der Reife kommen soll.

Ich seh dich an und seh durch dich den Sommer.
Ich bin der Gast in dieser Sommerruh.
Ich möchte so noch gerne etwas bleiben.
Der Sommer meint es gut mit mir. Wie du.

 
 
26 
 Februar 
 
2019

abgelegt in
Kurz, Isolde
Schlagwörter

0

 

DICHTUNG Isolde Kurz
LESUNG Doris Wolters
BEREITSTELLUNG wortlover



Nein, nicht vor mir im Staube knien!
Nicht mir im Arm wie Rohr zerbrechen!
Ist erst der Stunde Rausch dahin,
Ich weiß, du wirst es an mir rächen.

Jetzt ist dein Aug‘ von Tränen naß,
Doch manchmal blinkt’s wie Mördereisen.
In deiner Liebe grollt der Haß
Und droht mich künftig zu zerreißen.

Wo ist der Held, der frei vereint
Mit mir auf Lebenshöhen stiege?
Der tröstet, wenn das Herz mir weint,
Und mit mir lächelt, wenn ich siege?

Der nicht Gebieter ist noch Knecht,
Der fühlt wie stille Wunden brennen,
Der schonend auch dem zärtern Recht
Sich neigt in willigem Erkennen?

Wo ist der Held? Es tönt von fern
Wie Gruß von ihm an meine Ohren.
Der Held, der meines Lebens Stern,
Wird erst nach meinem Tod geboren.