Lyrik Klinge         

        
    
01. September
1997
 abgelegt in Lyrik, Reimgedichte

Kräftevoll trägt
des strammen Pfeilers weißer Marmor
der bleichen Decke morsches Holzgebälk.

Liebestoll regt
ein Pflänzchen sich empor
mit kosendem Umranken, zur halben welk.

Doch dank dem Sehnsuchtstriebe
entsprungen aus dem Liebesquell
erklimmt es flugs, bevor es erstürbe
des Pfeilers geziertes Kapitell.

Flammende Kerzen als stumme Zeugen
leuchten diesem letzten Liebesspiel
mit lodernden Blicken sie beäugen
des Pflänzchens Todeskampf mit Schmerzgefühl.


 
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